Geschichte
TEIL 2

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Einführung in die Ahnenforschung (2): Das Matrikelamt
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Geistliche und weltliche Matrikelämter

Ahnentafel
Die Ahnentafel 

Der Begriff Matrikelamt beinhaltet eine Reihe von möglichen Institutionen. Man unterscheidet kirchliche und weltliche Matrikelämter, sowie die Einschreibungsbüros der Universitäten. Aus dem Universitätsbereich lässt sich die Entstehung des Begriffs herleiten. Die Universität als Alma Mater (lat. nährende Mutter) spendet geistige Nahrung für die immatrikulierten Studenten.

Das kirchliche Matrikelamt


Das kirchliche Matrikelamt gehört nicht zu den Institutionen, die ausschließlich archivarisch tätig sind. Zu den Aufgaben des kirchlichen Matrikelwesens  gehört die Ausstellung von Taufzeugnissen, und die laufende Dokumentation von Taufen, Trauungen, Konversionen, Kirchenaus- und Wiedereintritten. Je nach Größe und Aufgabenverteilung gibt es aber auch eine geneaologische Abteilung. In ihr werden die Kirchenbücher der Vergangenheit aufbewahrt und Auszüge angefertigt.
Die Abgrenzung dieser Abteilung zu einem Diözesanarchiv (katholisch) oder Landeskirchenarchiv (evangelisch) wird je nach Standort unterschiedlich gehandhabt. An einigen Standorten residieren große Archive und kleinere Matrikelämter nahe beieinander oder ganz praktisch unter einem Dach. Auch die Ökumene wird im kirchlichen Archivwesen manchmal schon praktiziert, wenn auch nicht ganz freiwillig. Das Problem der sich im Lauf der Zeit immer wieder ändernden Gebietshoheiten führte dazu, dass heute auch einige evangelische Kirchenbuchauszüge in katholischen Matrikelämtern geführt werden.

Die Recherche im Matrikelamt 

Was man beim ersten Besuch in einem Archiv oder Matrikelamt immer mitnehmen sollte:

Personalausweis, Geld, sowie eine Notizen zu Ort, Namen und Jahrgang der zu erforschenden Personen, außerdem Schreibutensilien und einen Block. Diese sollten handlich sein, da in die Räume keine Taschen mitgenommen werden dürfen. 

Wie in einem Archiv ist es auch in einem Matrikelamt ist es üblich, zunächst zu einem Empfang zu gehen und dort sein Anliegen (Familienforschung) zu nennen. Natürlich gibt es einige regionale Unterschiede, aber die Matrikelämter habe bei den Ahnenforscherinnen und Ahnenforschern generell einen guten Ruf. Teilweise erhält man für einen Obolus sogar eine Abschrift von lateinischen und altdeutschen Kirchenbuchauszügen. Dies ist gerade für Anfänger hilfreich, die mit den älteren Schriftarten noch nicht so vertraut sind. Bestände in Matrikelämtern reichen oft weit zurück. Wer Glück hat, findet Geburten, Taufen und Todesfälle bis zum 16. Jahrhundert und darüber hinaus.

Morgen bei aphilia: Das Stadtarchiv