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Seit 1886 wird der Hafen von eine Dame mit langer Robe und Fackel bewacht. Die Freiheitsstatue ist freilich nicht die erste ihrer Art.
Ihr antiker
Vorläufer wurde einst auf Rhodos errichtet.
Nicht zuletzt wegen ihrer
besonderen Lage zwischen Ägäis und Mittelmeer hatte
sich die Insel zu einem wichtigen Handelsplatz entwickelt. Im
Jahre 357 v. Chr. fällt sie in die
Hände von König Mausolos. Der Herrscher ist kein
Unbekannter, schließlich veranlasste er den Bau des
Mausoleums, das als viertes Weltwunder in die Geschichte eingeht. Doch
auch in den Folgejahren kommt die Insel nicht zur Ruhe. 340 v. Chr.
übernehmen die Perser die Insel, 332 v. Chr. Alexander der
Große. Nach dem Zerbrechen des Alexanderreiches
unterstützen die Einwohner von Rhodos den König
Ptolemäus I. Sein Gegner Antigonos Monophtalmos schickt
daraufhin eine
Strafexpedition unter der Führung seines Sohnes Demetrius.
Da ihm die Einnahme der Insel nicht gelingen will, ordnet Demetrius den
Bau
einer Belagerungsmaschine an. In ihrer Not suchen die
leidgeprüften Rhodier
bei ihrem Schutzgott Helios um Rat. Die Orakelpriester
verkünden,
dass um die Stadt ein unsichtbarer Graben gezogen werden solle. Nachdem
die Belagerungsmaschine der Angreifer darin stecken bleibt und
die Stadt von der Übernahme verschont wird, beginnt der Bau
einer
bronzenen Statue zu
Ehren des Sonnengottes Helios. Die Arbeiten unter
der Aufsicht des Baumeisters Chares von Lindos nehmen zwölf
Jahre in
Anspruch. Die Statue wird aber schon 56 Jahre nach ihrer
Fertigstellung durch ein Erdbeben zerstört und, hatte
somit von allen Weltwundern den kürzesten Bestand. Der
griechische Geograph Strabon klagte:
"Das Schönste aller Weihegeschenke und Statuen in der Stadt
aber ist der Koloss des Helios, von dem das Gedicht sagt, es habe ihn
gemacht, sieben mal zehn Ellen hoch Chares aus Lindos. Jetzt liegt er
am Boden, umgestürzt durch ein Erdbeben, abgebrochen an den
Knien."
Weil die Einwohner von Rhodos fürchten, dass der Sonnengott selbst die Vernichtung der Statue durch ein Erdbeben angeordnet habe, lehnen sie einen Wiederaufbau ab. Im Jahre 1932 wird in Rhodos ein Helios-Relief gefunden, das zu Rekonstruktionszeichnungen dient. Das Bild oben zeigt aber einen früheren Rekonstruktionsversuch des Barockbaumeisters Fischer von Erlach. Die Konstrukteure der Freiheitsstatue haben ihre Lektion aus dem Einsturz des Weltwunders gelernt. Im Inneren der Skulpur befindet sich eine Fachwerk aus Stahlträgern, entworfen von Gustave Eiffel, dem Konstrukteur des Eiffelturms in Paris.