ARCHÄOLOGIE
TEIL 7

VON 7
Die sieben Weltwunder (7): Der Leuchtturm von Alexandria
Pyramiden von Gizeh | Gärten der Semiramis | Zeusstatue von Olympia | Artemistempel von Ephesos | Mausoleum von Halikarnass | Koloss von Rhodos | Leuchtturm von Alexandria

Alexandria - das Zentrum von Handel und Wissenschaft

H. Thiersch 1909
Rekonstruktion des 
Leuchtturms v. Alexandria

Die 332 v. Chr. von Alexander dem Großen an der Nilmündung gegründete Stadt entwickelte sich prächtig. Nicht nur Schiffs- und Karawanenwege kreuzten sich hier, auch das geistige Leben erblühte. Ptolemaios I. gründete das Museion (Museum) von Alexandria, einem Ort der Wissenschaften. Hier befand sich die legendäre Bibliothek von Alexandria, und hier fand sich die Forscherelite der Antike ein. Euklid systematisierte die Geometrie und betrieb Studien zur Lichtreflexion. Archimedes entwickelte die Hebelphysik und die Gesetze der Wasserverdrängung und des Auftriebs. Erathostenes berechnete berechnete den Erdumfang mit einer Abweichung von nur 4 Prozent. Die Stadt war dazu prädestiniert, eine technisches Bauwek zu schaffen, dass in die Geschichte eingehen sollte.
Der Bau des Leuchtturms auf der vorgelagerten Insel Pharos wurde von Ptolemaios dem I. begonnen und von seinem Dynastienachfolger Ptolemaios II. nach 20 Jahren Bauzeit 279 vollendet. Der Leuchtturm war mit 140 Metern Höhe nach den Pyramiden das höchste Gebäude der Welt.
Seine Spitze zierte eine Statue des Meeresgottes Poseidon und in seinem Inneren sorgte eine Reihe von Spiegeln für die Bündelung des Lichts. Es wies den ankommenden Schiffen den Weg und sicherte die Hafeneinfahrt von Alexandria.

Die Rekonstruktion und Entdeckung des letzten Weltwunders

Über Ptolemäus II. und seinen Baumeister Sostratos wird folgende Anekdote erzählt:
Ptolemäus II. verlangte, dass auf dem Fundament des Leuchtturms nur der Herrschername zu lesen sei. Sostratos schrieb diesen aber nur in den Verputz, darunter hatte er folgende Worte in den Stein gehauen:

SOSTRATES SOHN VON DEXIPHANES VON KNIDOS
IM NAMEN ALLER SEEFAHRER FÜR DIE RETTENDEN GÖTTER

Als der Zahn der Zeit am Bauwerk genagt hatte, bröckelte der Putz ab und die Botschaft des Sostratos blieb der Nachwelt erhalten. Der Leuchtturm selbst wurde durch schwere Erdbeben in den Jahren 365, 796 und 1303 zerstört. 

Der Leuchtturm blieb der Welt eine Lange Zeit erhalten. Im Jahre 796 wurde er durch schwere Erdbeben erschüttert. Unter der türkischen Herrschaft zu Beginn des 12. Jahrhunderts wurde direkt neben dem Leuchtturm eine Moschee errichtet, die Teile ihm integrierte. Sein natürlicher Verfall ist auf Erdbebe zurückzuführen. Mit Ausnahme der Pyramiden von Gizeh sind heute alle Weltwunder zerstört. Die Frage nach dem ursprünglichen Aussehen und dem genauen Standort sind Herausforderung für die Archäologen. Im Falle des Leuchtturms gibt es zahlreiche Hinweise dazu. Die Insel Pharos wurde bereits in der Antike mit einem 1300 Meter langen Damm mit dem Festland verbunden. Zudem gibt es zahlreiche literarische Quellen sowie Münzen aus der hellenistischen Epoche und der römischen Kaiserzeit.

Alexander der Große

Im Frühjahr 1995 entdeckten französische Unterwasser - Archäologen in der Bucht von Alexandria eine Vielzahl von Steinblöcken auf dem Meersgrund. Wie einst die antiken Ingeneure waren sie mit der Spitzentechnik ihrer Zeit ausgerüstet. Die Funde konnten geordnet, kartographiert und dem einstigen Weltwunder zugeordnet werden. Dabei war die Arbeit nicht leicht, denn das küstennahe Meersegebiet ist durch die Abwässer der wieder pulsierenden Metropole Alexandria getrübt.

Die Sieben Weltwunder - Kursende