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Die 332 v. Chr. von Alexander dem
Großen an der Nilmündung gegründete Stadt
entwickelte sich prächtig. Nicht nur Schiffs-
und Karawanenwege kreuzten sich hier, auch das geistige Leben
erblühte. Ptolemaios I. gründete das Museion (Museum)
von Alexandria, einem Ort der Wissenschaften. Hier befand sich die
legendäre Bibliothek von Alexandria, und hier fand sich die
Forscherelite der Antike ein. Euklid systematisierte die
Geometrie und betrieb Studien zur Lichtreflexion. Archimedes
entwickelte die Hebelphysik und die Gesetze der
Wasserverdrängung und des Auftriebs. Erathostenes berechnete
berechnete den Erdumfang mit einer Abweichung von nur 4 Prozent. Die
Stadt war dazu prädestiniert, eine technisches Bauwek
zu schaffen, dass in die Geschichte eingehen sollte.
Der Bau des Leuchtturms auf der vorgelagerten Insel Pharos wurde von
Ptolemaios dem I. begonnen und von
seinem Dynastienachfolger Ptolemaios
II. nach 20 Jahren Bauzeit 279 vollendet. Der
Leuchtturm war mit 140 Metern Höhe nach den
Pyramiden das
höchste Gebäude der Welt.
Seine Spitze zierte eine
Statue des Meeresgottes Poseidon und in seinem Inneren sorgte eine
Reihe von Spiegeln für die Bündelung des Lichts. Es
wies den ankommenden Schiffen den Weg und sicherte die Hafeneinfahrt
von
Alexandria.
SOSTRATES SOHN VON DEXIPHANES
VON KNIDOS
IM NAMEN ALLER SEEFAHRER FÜR DIE RETTENDEN GÖTTER
Als der Zahn der Zeit am Bauwerk genagt hatte, bröckelte der Putz ab und die Botschaft des Sostratos blieb der Nachwelt erhalten. Der Leuchtturm selbst wurde durch schwere Erdbeben in den Jahren 365, 796 und 1303 zerstört.
Der Leuchtturm blieb der Welt eine Lange Zeit erhalten. Im Jahre 796 wurde er durch schwere Erdbeben erschüttert. Unter der türkischen Herrschaft zu Beginn des 12. Jahrhunderts wurde direkt neben dem Leuchtturm eine Moschee errichtet, die Teile ihm integrierte. Sein natürlicher Verfall ist auf Erdbebe zurückzuführen. Mit Ausnahme der Pyramiden von Gizeh sind heute alle Weltwunder zerstört. Die Frage nach dem ursprünglichen Aussehen und dem genauen Standort sind Herausforderung für die Archäologen. Im Falle des Leuchtturms gibt es zahlreiche Hinweise dazu. Die Insel Pharos wurde bereits in der Antike mit einem 1300 Meter langen Damm mit dem Festland verbunden. Zudem gibt es zahlreiche literarische Quellen sowie Münzen aus der hellenistischen Epoche und der römischen Kaiserzeit.
Im Frühjahr 1995 entdeckten französische Unterwasser - Archäologen in der Bucht von Alexandria eine Vielzahl von Steinblöcken auf dem Meersgrund. Wie einst die antiken Ingeneure waren sie mit der Spitzentechnik ihrer Zeit ausgerüstet. Die Funde konnten geordnet, kartographiert und dem einstigen Weltwunder zugeordnet werden. Dabei war die Arbeit nicht leicht, denn das küstennahe Meersegebiet ist durch die Abwässer der wieder pulsierenden Metropole Alexandria getrübt.