Archäologie
TEIL 5

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Die 7 Weltwunder: Das Mausoleum von Halikarnass
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Das eigentümliche Bauwerk

Im Jahre 377 v. Chr. erhebt der karische König Mausolos II. die kleinasiatische Stadt Halikarnass zur Metropole seines Reiches. Für sich und seine Gemahlin Artemisia gibt er dort den Bau einer ewigen Ruhestätte in Auftrag. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere schildert das Bauwerk in seiner "Naturalis Historia" (Naturgeschichte) recht detailgetreu: "Es misst von Süd nach Nord je 36 Fuß, ist an den Fronten etwas kürzer und wird im gesamten Umfang mit 411 Fuß gemessen. Es erhebt sich zu einer Höhe von 25 Ellen und ist mit einem Umgang von 36 Säulen umfasst, über dem über dem eine Pyramide von 24 Stufen ragt, die eine Quadriga aus Marmor krönt".

Die Fertigstellung

Als Baumeister des Monuments werden die Griechen Satyros und Pytheos genannt. Der Bau zieht sich über eine so lange Zeit hin, dass Mausolos die Fertigstellung nicht mehr erlebt. Der Legende nach lässt Artemisia ihren Gemahl nach dessen Tod im Jahre 535 v. Chr. aber nicht bestatten, sondern nimmt die Asche des verbrannten Leichnams in einem Trank ein. Danach lässt sie die Arbeiten fortsetzen, stirbt aber ein Jahr vor dem Abschluss. 

Das Weltwunder als Lieferant für Baumaterial

Das Mausoleum wird zwar bei verschieden Erdbeben beschädigt, bleibt aber in Teilen über die Antike hinaus erhalten. Erst als die Johanniter den Ort Halikarnass als Flottenstützpunkt in Besitz nehmen und Baumaterial für ihre Burg St. Peter benötigten, werden die Reste abgetragen.
Britische Archäologen entdeckten in der Mauer der Kreuzfahrerburg Statuen und Reliefplatten mit den Darstellungen kämpender Amazonen. Sie stammen aus dem Mittelteil des Mausoleums. Zu besichtigen sind sie im Britischen Museums in London.
Der Begriff Mausoleum hat sich später von seinem Namensgeber emanzipiert. Ein Mausoleum gilt weltweit als der Inbegriff eines prächtigen Grabdenkmals. Das indische Taj Mahal wird deshalb auch als das Mausoleum der Neuzeit bezeichnet.

Morgen bei aphilia.de: Der Koloss von Rhodos