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In der Antike veranstalteten die Griechen die Olympischen Spiele als eines ihrer wichtigsten Feste zu Ehren des Göttervaters Zeus. Die Spiele fanden alle vier Jahre statt und einigten die griechischen Städte. Während der Spiele herrschte der olympische Friede, Kampfhandlungen wurden eingestellt und den Teilnehmern und Zuschauern freies Geleit zugesichert. Zur Anlage in Olympia gehörte neben den Sportstätten auch ein Tempelbezirk, wofür der Baumeister Libon von Elis im Jahre 456 v.Chr. einen neuen Zeustempel vollendet hatte.
Zwanzig Jahre nach Fertigstellung des Tempels setzte der Bildhauer Phidias sein Meisterwerk hinein: Die zwölf Meter hohe, vergoldete Statue des Göttervaters Zeus. Sie stellte den Herrscher des Olymp mit erhobener Augenbraue dar, denn nach antikem Glauben regierte er so die Welt. Sein Stirnrunzeln genügte schon, um die Welt erbeben zu lassen. Kein Grieche sollte sich glücklich nennen, eher er nicht das Bildnis gesehen hatte. Nach den Beschreibungen des Geographen Pausanias saß der Göttervater auf einem Thron aus Zedernholz, der mit Elfenbein, Gold und Edelsteinen verziert war. Antlitz, Brust, Füße und der entblößte Oberkörper waren ebenfalls aus Elfenbein. In der einen Hand hielt er die Statue der Siegesgöttin Nike mit einen Ölzweig, in der anderen das Zepter, mit dem er die Welt beherrschte und darauf ruhend einen Adler.
Der römische Kaiser Caligula scheiterte im Jahre 40 n. Chr. daran, die Statue nach Rom zu bringen. Später wurde das Meisterwerk des Phidias nach Konstantinopel verschleppt, wo es 475 einem Brand zum Opfer fiel. Die letzten Überreste der Statue wurden ein Erdbeben zerstört.