THEOLOGIE
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Die Reformation: Die Katholische Gegenreformation
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Das Konzil von Trient

Die Erfolge der Reformatoren führen innerhalb der katholischen Kirche zu einer Erneuerungsbewegung, die heute als Gegenreformation bezeichnet wird. Auftakt hierzu bildet das Konzil von Trient, das mit Unterbrechungen von 1545-1563 tagt. In Trient werden nicht nur Reformen beschlossen, wie beispielsweise die Einrichtung von Priesterseminaren zur besseren Ausbildung der Pastoren, die Anordnung des Hochaltars als sichtbares liturgisches Zentrum und die Einführung eines geschlossenen Beichtstuhls. Man beabsichtigt auch "Irrtümer und Spaltungen mit Stumpf und Stiel auszureißen, die der feindliche Mensch in diesen unseren unheilvollen Zeiten in Glaubenslehre, Gebrauch und Verehrung der hochheiligen Eucharistie aussäte" (Vorwort des Dekrets über das Sakrament der Eucharistie). Es wird schließlich ein umfangreicher Katalog verabschiedet, der eine Vielzahl von Glaubensfragen regelt und bei Übertretungen den Ausschluss aus der katholischen Kirche verhängt.

Der Römische Katechismus

Die Abendmahlsfeier

Das Konzil von Trient bekräftigt im Kapitel 1 des Dekrets über das Sakrament der Eucharistie die leibliche Anwesenheit Jesu bei der Abendmahlsfeier :

"Die wirkliche Gegenwart unseres Herrn Jesus Christus im heiligsten Sakrament der Eucharistie: Zu Beginn lehrt das heilige Konzil und bekennt offen und ehrlich, daß im segensreichen Sakrament der heiligen Eucharistie nach der Konsekration von Brot und Wein unser Herr Jesus Christus als wahrer Gott und Mensch wahrhaft, wirklich und substanzhaft unter der Gestalt jener sinnenfälligen Dinge enthalten ist."

Der vom Konzil erarbeitete "Römische Katechismus" wird 1566 von Papst Pius V. herausgegeben. Die durch das Glaubenstreffen gestärkte katholische Kirche treibt die Gegereformation voran und verfolgt ihre Widersacher mit grausamen Mitteln. Nachdem die Reformation im 16. Jahrhundert auch nach Italien gelangte ist, hat Rom die "Congregation für Inquisition" gegründet, um vermeintliche Irrlehren zu bekämpfen und weltweit die von Rom abweichenden Theologen zu bestrafen.

Die Hugenottenkriege

Die Verbreitung des Protestantismus hat auch die geistlichen und weltliche Mächte in Frankreich aufgebracht. Die ersten öffentlichen Hinrichtungen von Hugenotten, den Anhängenrn der Reformation in Frankreich, findet 1559 und 1560 durch das von der italienischen Königswitwe Katharina de Medici geführte französische Herrscherhaus statt. Zwischen 1562 und 1598 kommt es zu Verfolgungen, Aufständen und insgesamt acht Bürgerkriegen, den so genannten Hugenottenkriegen.

Die Bartholomäusnacht

(1) Renaissance
(2) Martin Luther
(3) Radikalisierung
(4) Strömungen
(5) Gegenreformation

Nachdem 1570 ein Friedensvertrag zwischen Katholiken und Protestanten geschlossen wurde, hatten sich die Wogen zunächst geglättet. 1572 heiraten der Protestant Heinrich von Navarra und Margarete von Valois, eine Tochter von Katharina de Medici. Zahlreiche Hugenotten feiern ausgelassen mit den Katholiken in Paris. Doch die friedliche Atmosphäre ist nicht von Dauer. In der Nacht zum 24. August, vier Tage nach Hochzeitszeremonie und am Namenstag des heiligen Bartholomäus, findet ein Massaker an 2000 Hugenotten statt. Die Mutter der Braut, Katharina de Medici, soll hierbei nach Ansicht vieler Geschichtsschreiber für die Bluttat mit verantwortlich gewesen sein. Die von Paris aus gestartete Mordwelle setzt sich in vielen Orten Frankreichs fort. Erst das 1598 erlassene Toleranzedikt von Nantes gewährt den Hugenotten die freie Ausübung ihrer Religion.

Die Reformation: (5) Gegenreformation