THEOLOGIE
Lektion

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Die Reformation: Die Thesen des Martin Luther
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Der Glaube Martin Luthers

Aus den 95 Thesen Luthers:

1. These:
Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht "Tut Buße" (Matth. 4,17) hat er gewollt, daß das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll.

28. These:
Gewiß, sobald das Geld im Kasten klingt, können Gewinn und Habgier wachsen, aber die Fürbitte der Kirche steht allein auf dem Willen Gottes.

48. These:
Man soll die Christen lehren: Der Papst hat bei der Erteilung von Ablaß ein für ihn dargebrachtes Gebet nötiger und wünscht es deshalb auch mehr als zur Verfügung gestelltes Geld

Die Erlösung von den Sünden ist nach Martin Luther nicht durch Wiedergutmachung zu erlangen, sondern nur durch den Glauben an Jesus Christus, der zur Menschheit ausgeschickt wurde, um die Gerechtigkeit Gottes zu verkünden. Mit dieser These steht er nicht nur theologisch gegen die Lehrmeinung der römischen Kirche, er trifft auch die auch die päpstliche Finanzpolitik an einem äußerst empfindlichen Nerv. Die römische Kirche hatte im 11. Jahrhundert damit begonnen, die göttliche Gerechtigkeit auf Erden selbst zu verwalten. 
Seither konnten die reuigen Sünder nach Gebet, Pilgerfahrt, dem Besuch der Kirche oder der Gabe von Almosen einen Ablassbrief erhalten, der ihnen die Missetaten erließ und Schutz vor der Strafe im Jenseits gewährte. Da Papst Leo X. finanzielle Mittel zum Neubau des Petersdoms in Rom benötigt, entdeckt er  den Ablasshandel als Geldquelle und fördert ihn entsprechend.

Die Ablassbriefe

Karl V.
Martin Luther
Johannes Tetzel

In Magdeburg bietet der eifrige Dominikanermönch Johannes Tetzel seine Ablassbrief in besonders effizienter Weise an: Zur Bezahlung stehn gleich Geldkästen bereit. Mit dem Slogan "wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt" verleiht er dem Handel den rechten Schwung. Während Tetzel in Magdeburg Geld eintreibt, ist Luther auch Dozent an der Universität zu Wittenberg. Er diskutiert seine Kritik am Ablasshandel zunächst mit Kollegen und schlägt sie 31. Oktober 1517 in 95 Thesen an das Hauptportal der Wittenberger Schlosskirche. Zu diesem Zeitpunkt denkt er aber noch nicht an einen Bruch mit dem Papst, will er doch lediglich Missstände innerhalb der Kirche beseitigen. Die Thesen finden jedoch ein unerwartetes Echo und Luther gewinnt Anhänger wie Gegner

Der Konflikt mit dem Papst

(1) Renaissance
(2) Martin Luther
(3) Radikalisierung
(4) Strömungen
(5) Gegenreformation

Schließlich wird Luther unter dem Vorwurf der Ketzerei nach Rom zitiert und seine Tätigkeit an der Universität von Spitzeln überwacht. Der Konflikt spitzte sich zu, als Luther 1520 eine Bulle Roms verbrennt, die ihm mit dem Kirchenbann (Ausschluss aus der Kirche) droht. Luther fühlt sich verleumdet und bricht schließlich mit dem Papst. Auch politisch wird das Klima rauher, da sich verschiedene Landesfürsten hinter Luther gestellt haben. Auf dem Reichstag zu Worms (1521) gibt es einen Einigungsversuch: Auf der einen Seite stehen Kaiser Karl V. und die Abgesandten des Papstes, auf anderen Luther und die mit ihm verbundenen Landesfürsten. Die Einigung schlägt fehl und die Folgen sind nicht nur für die Kirche beträchtlich.

Die Reformation: (2) Martin Luther