THEOLOGIE
Lektion

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Die vier Evangelien (2): Das Markusevangelium
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Der Evangelist Markus

Franz von Assisi
>Jesus Christus
Paulus
Markusevangelium
Das Markusevangelium

Markus ist ein römischer Name, der für den Evangelisten ursprünglich als Beiname verwendet wurde. Wohl um Verwechslungen zu vermeiden, wurde er aber zum eigentlichen Namen umfunktioniert. Geboren wurde Markus als Johannes, Sohn einer Maria, deren Haus als Versammlungsort der Jerusalemer Gemeinde diente. Der Evangelist Markus war selbst noch ein Schüler der Apostel, der ersten Generation christlicher Botschafter. Er begleitete Paulus und Barnabas, die ebenfalls in der Jerusalemer Gemeinde tätig waren, auf einer Missionsreise nach Zypern. In Kleinasien kam es zu einem heftigen Streit, der Markus zur alleinigen Rückkehr nach Jerusalem veranlasste. Für eine zweite Zypernreise schlug Paulus vor, ohne Barnabas anzutreten. Dies wiederum missfiel Markus und schließlich reisten Markus und Barnabas zu zweit. Die Entstehung des Markusevangeliums wird etwa auf das Jahr 80 datiert. Die Zuordnung zum historischen Markus ist aber durchaus umstritten, möglicherweise ist die Schrift das Werk eines unbekannten Autors.

Das Evangelium nach Markus

Die frohe Botschaft

Das Wort Evangelium stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Teilen "eu" (gut, froh) und "angelos" (Botschaft, aber auch Bote) zusammen. Die Silbe "eu" hat sich zu "ev" gewandelt. Ursprünglich war das Evangelium gleichbedeutend mit dem Akt der mündlichen Verkündigung selbst, heute umfasste der Begriff die schriftlichen Zeugnisse. Die gebräuchliche Übersetzung lautet "frohe Botschaft". 

Das Wort Evangelist findet sich nur in einigen wenigen Stellen des Neuen Testaments. Es bezeichnet ganz allgemein einen predigenden Wandermissionar. Erst im dritten Jahrhundert hat es sich konkretisiert und meint seither den Verfasser einer Geschichte über das Leben Jesu. 1947 wurde eine koptische Übersetzung des Thomasevangeliums entdeckt. Es enthält Jesusworte, nicht aber die zugehörigen Rahmenhandlung, weshalb der Kreis der Evangelisten nicht erweitert wurde.

Das Evangelium nach Markus ist das älteste und auch das kürzeste. Zusammen mit dem Matthäus- und Lukasevangelium gehört es zu den synoptischen Schriften. Der Begriff Synopse lässt sich im Deutschen gut mit "Zusammenschau" übersetzen: Die drei Evangelien weisen sowohl in der Wortwahl, wie auch in der Reihenfolge der Überlieferung eine hohen Grad an Übereinstimmungen auf. Die Forschung kennt unterschiedliche Thesen zur Redaktionsgeschichte der Bibel. Entweder hat es unterschiedliche Quellen gegeben, oder es wurden Teile der älteren Evangelien für spätere Ausgaben als Vorlage benutzt. 
Markus wendet sich in erster Linie an die "Heidenchristen". Dieser Begriff steht für christliche Gemeindemitglieder, die nicht aus dem jüdischen Umfeld übergetreten waren, sondern anderen Religionen, wie beispielsweise dem griechischen Götterglauben entstammten. Das in griechischer Sprache verfasste Markusevangelium berichtet in einfachen Worten von Jesu Leben, Jesu Wirken und der Passiongeschichte. Eine Schlüsselstelle findet sich in einem Dialog zwischen Jesus und Petrus des Petrus: Der Apostel bekennt sich stellvertretend für die Jünger zu Jesus als Messias. Nach dem Glaubensbekenntnis gibt Jesus einen Hinweis sein zukünftiges Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung.

Das Messiasbekentnis des Petrus

(1) Matthäus - Evangelium
(2) Markus - Evangelium
(3) Lukas - Evangelium
(4) Johannes - Evangelium

"Und Jesus ging samt seinen Jüngern hinweg in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Und auf dem Wege fragte er seine Jünger und sprach zu ihnen: Für wen halten mich die Leute?  Da sagten sie zu ihm: Für Johannes den Täufer, andere für Elia, noch andre für einen der Propheten. Und er fragte sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete und sagt zu ihm: Du bist der Christus. Und er gab ihnen strengen Befehl, sie sollten zu niemandem über ihn reden."
(Mk 8, 27-30)

Die erste Ankündigung von Leiden und Auferstehung

"Und er fing an, sie zu lehren, der Menschensohn müsse viel leiden und von den Ältesten und den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen. 
(Mk 8, 31)

Die Evangelien: (2) Das Markusevangelium