THEOLOGIE
Lektion

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Die vier Evangelien (1): Das Matthäusevangelium
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Der Evangelist Matthäus

Franz von Assisi
>Jesus Christus
Paulus

Mit dem Namen Matthäus sind zwei wichtige Personen der Bibel verbunden. Zum Kreise der zwölf Apostel gehört Matthäus, der Zöllner aus Kafarnaum. Der Evangelist Matthäus ist eine andere Person mit gleichem Namen und einer der drei Synoptiker. Matthäus, Markus und Lukas hatten ähnliche Quellen und eine ähnliche Sicht auf die Geschichte Jesu. Manche Stellen wurden einfach zwischen den Evangelisten übertragen. Das aus dem Altgriechischen stammende Wort Synopse bedeutet "Zusammenschau".

Das Evangelium nach Matthäus

Hauptquelle des Matthäusevangeliums ist nach den Ergebnissen der heutigen Forschung das Markusevangelium. Besonders auffällig folgt Matthäus dem Urtext in der Schilderung des Wirkens von Johannes dem Täufer, der Jüngerthematik und der Bergpredigt. Letztere nimmt in der christlichen Ethik eine besondere Stellung ein. Sie verheißt die göttliche Gerechtigkeit für die Schwachen und Ausgestoßenen. Die so provokanten Seligpreisungen beginnen mit recht nüchternen Worten: "Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie:"

Die Seligpreisungen

Die frohe Botschaft

Das Wort Evangelium stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Teilen "eu" (gut, froh) und "angelos" (Botschaft, aber auch Bote) zusammen. Die Silbe "eu" hat sich zu "ev" gewandelt. Ursprünglich war das Evangelium gleichbedeutend mit dem Akt der mündlichen Verkündigung selbst, heute umfasste der Begriff die schriftlichen Zeugnisse. Die gebräuchliche Übersetzung lautet "frohe Botschaft". 

Das Wort Evangelist findet sich nur in einigen wenigen Stellen des Neuen Testaments. Es bezeichnet ganz allgemein einen predigenden Wandermissionar. Erst im dritten Jahrhundert hat es sich konkretisiert und meint seither den Verfasser einer Geschichte über das Leben Jesu. 1947 wurde eine koptische Übersetzung des Thomasevangeliums entdeckt. Es enthält Jesusworte, nicht aber die zugehörigen Rahmenhandlung, weshalb der Kreis der Evangelisten nicht erweitert wurde.

"Selig die Armen im Geiste; denn ihrer ist das Himmelreich. 
Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. 
Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land besitzen. 
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden. 
Selig die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. 
Selig, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott anschauen.
Selig die Friedensstifter; denn sie werden Kinder Gottes heißen. 
Selig, die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen; denn ihrer ist das Himmelreich. 
Selig seid ihr, wenn man euch um meinetwillen schmäht, verfolgt und euch lügnerisch alles Böse nachredet. 
Freut euch und frohlockt; denn euer Lohn ist groß im Himmel. Ebenso hat man ja auch die Propheten verfolgt, die vor euch lebten."
(Matthäus 5,1-12)

Die Matthäus - Passion

(1) Matthäus - Evangelium
(2) Markus - Evangelium
(3) Lukas - Evangelium
(4) Johannes - Evangelium

Auch die Passion, die Leidensgeschichte Jeus, schildert Matthäus sehr eindringlich. Johann Sebastian Bach hat die Geißelung musikalisch umgesetzt. Sein Choral der Matthäus-Passion ist auch ein bekanntes Kirchenlied:

O Haupt voll Blut und Wunden / Voll Schmerz und voller Hohn,
O Haupt, zu Spott gebunden / Mit einer Dornenkron,
O Haupt, sonst schön gezieret / Mit höchster Ehr und Zier,
Jetzt aber hoch schimpfieret / Gegrüßet seist du mir!
Du edles Angesichte / Dafür sonst schrickt und scheut
Das große Weltgerichte / Wie bist du so bespeit;
Wie bist du so erbleichet! / Wer hat dein Augenlicht,
Dem sonst kein Licht nicht gleichet / So schändlich zugericht'?

Die Evangelien: (1) Das Matthäus-Evangelium