THEOLOGIE
Lektion

4 von 5
Der Buddhismus (4): Buddhistische Klöster

Der Buddhismus in Nepal - dem Dach der Welt

In der nepalesischen Region Khumbu Himal entwickelte der Buddhismus einen besonderen Charakter. Das Berggebiet im Nordosten liegt im Schatten des 8848 Meter hohen Mount Everest, des höchsten Berges der Welt. Weltberühmt sind die mit Sprüchen versehenen Mani-Steine. Die Sprüche sind entweder, wie links im Bild zu sehen, direkt in einen Felsen gehauen, oder in einen kleinen und flachen Stein geritzt. Sie enthalten Mantras, Anordnungen von heiligen Silben und Tönen, die nach dem Glauben des tantrischen Buddhismus über besondere Macht verfügen. Im Westen besonders bekannt ist die Silbe "om". 
Ein bekanntes Mantra lautet "Om mani padme hum", es endet mit der Zeile "Oh du, in dessen Lotus ist ein Juwel". Dies ist ein Anruf von Mahavidya, der großen Göttin des Wissens. Die Mani-Steine sind bevorzugt an Gipfeln, Pässen oder am Eingang von Siedlungen zu finden. Teilweise sind sie auch als Gruppen zu bestaunen, bei denen das selbe Mantra auf einer Fülle von Steinen immer wieder und wieder eingeritzt wurde.

Das Kloster Tengboche

(1) Religion oder Philosophie
(2) Buddhistische Lehre
(3) Buddhistisches Gebet
(4) Buddhistische Klöster
(5) Buddhistische Strömungen

Das buhhistische Kloster Tengboche ist das Zentrum des nepalesischen Buddhismus. Es befindet sich in einer höhe von 3858 Metern am Fuße des Thamersku. 1923 erbaut, wurde es bei einem Brand im Jahr 1989 stark in Mitleidenschaft gezogen, aber anschließend renoviert. Im Kloster Tengboche gibt es auch eine Übernachtungsmöglichkeit für Touristen und Zeremonien, bei denen Gäste beiwohnen dürfen. Es zählt zu den modernen Klöstern, die den Tourismus als Einnahmequelle entdeckt haben.
Die Regeln für den buddhistischen Mönch sind sehr zahlreich. Die 227 bedeutsamsten sind in der Schrift Patimokkha festgehalten. Danach gelten für die Mönche zunächst die normalen fünf Verbote und die acht Gebote des achtfachen Pfades. Verboten sind das Töten, das Stehlen, das Lügen, die Wollust und der Genuss von Alkohol. Zusätzlich gibt es für die Mönche noch strengere Festlegungen zur Keuschheit. Ein buddhistischer Mönch darf beispielsweise nicht mit einer Frau unter einem Dach nächtigen. In der Praxis wird diese Regelung aber nicht wörtlich genommen, es genügt bereits, wenn das Zimmer eines buddhistischen Mönches über einen separaten Eingang des Hauses erreichbar ist. Doch der Bruch einer Mönchsregel führt dazu, dass der Betreffende in seinem Leben nie wieder buddhistischer Mönch werden kann. Auch die Kleiderordnung ist im Patimokkha festgehalten: Die schlichte Kleidung (ti-cîvara) besteht aus dem Obergewand (sanghâti), dem eigentlichen Gewand (uttarâsanga) und dem Untergewand (antaravâsaka). Die einfache Kleidung unterstreicht das Ideal der asketischen Lebensführung. Zum Gewand kommen lediglich noch ein Unterhemd (msaka) sowie ein Gürtel (kâya bandha) hinzu.

Die buddhistische Ausbildung

Buddhistische Weisheit

Ein Mönch fragte: "Meister, welcher Überlieferung gehört ihr an?"
Der Meister antwortete: "Als ich noch Schüler von Huangbo war, stellte ich ihm diese Frage dreimal und wurde dreimal von ihm geschlagen."
Der Mönch war unschlüssig, was er dazu sagen sollte. Da schrie ihn der Meister plötzlich an, gab ihm Hiebe und rief: "Nagle keinen Stock in einen leeren Raum."

(Chan - Schule, 9. Jhdt.)

Die Universität des Klosters Sera in der chinesischen Provinz Tibet bietet eine Schulung in buddhistischer Religion und Philosophie an, die bis zu 20 Jahren dauert und mit dem Abschluss Lhampra - Gesche endet. Doch eine zeitlich so intensive Auseinandersetzung erscheint modernen Vertretern des Buddhismus nicht mehr angemessen, um die Tradition als Ganzes zu erhalten und im Wettbewerb mit anderen Religionen und Weltanschauungen zu bestehen. So werden heute auch im Buddhismus verschiedene Angebote gemacht, um neue Anhänger zu gewinnen. Meditationen, Pilgerfahrten und zeitlich begrenzte Aufenthalte in Klöstern gehören ganz selbstverständlich zu den Möglichkeiten, den Buddhismus kennenzulernen ohne sich der Gemeinschaft gleich anzuschließen. 
Die Vielzahl der buddhistischen Strömungen brachte auch unterschiedliche Formen von Klöstern hervor. Nicht vergleichbar mit den Anlagen im Himlaya sind die "Wat", die Klöster in den südostasiatischen Ländern Kambodscha, Laos, Thailand und Myanmar. Vor allem in den ländlichen Regionen erfüllen sie die Funktion eines Dorfzentrums, und haben nicht selten Schul- und Klinikräume integriert.

Literatur: Bauer Wolfgang: Geschichte der chinesischen Philosophie. Konfuzianismus, Daoismus, Buddhismus. München 2001. Hammer, Christiane & Führer, Bernhard: Tradition und Moderne. Religion, Philosophie und Literatur in China. Dortmund 1997. Jingang pi (Taisho shinshu) 55 Bde. Tokyo 1924-1928.

Der Buddhismus (4): Buddhistische Klöster