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Wenn einer eine Reise tut...

...dann kann er viel erzählen. Als die wichtigsten frühen Zeugnisse der europäischen Reiseliteratur gelten die zehn erhaltenen Bücher des griechischen Geographen und Schriftstellers Pausanias (2. Jahrhundert n. Chr.) und die "Il Milione", die Schilderungen der Asienfahrten von Marco Polo (1298/99). Im 15. Jahrhundert waren es vor allem Pilgerberichte, die das lesekundige Publikum in den Bann zogen. Herausragend in Deutschland ist "Hans Schiltbergs Raisbuch" (um 1420). Das 18. Jahrhundert war von der Sehnsucht nach Italien und Griechenland geprägt. Nachhaltig wirkten die Reisen Goethes. Die poetische Umsetzung seiner ersten Italienreise wurde zum Inbegriff des deutschen Italienbildes:

Goethe in der Campagna
Goethe in der Campagna (1787)
Johann Heinrich Wilhelm Tischbein

Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,
Im dunklen Laub die Goldorangen glühn,
Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht,
Kennst du es wohl?
Dahin! Dahin
Möcht ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn!

Aus "Wilhelm Meisters Lehrjahre"
(Johann Wolfgang Goethe)