PSYCHOLOGIE
TEIL 3

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Die Psychoanalyse: Das Drei-Instanzen-Modell
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Die drei Instanzen der Psychoanalyse

Ich, Es und Über-Ich
Ich, Es und Über-Ich

Das "Ich", das "Es" und das "Über-Ich": diese drei Instanzen, auch als "Strukturmodell" bekannt, repräsentieren nach Freud Bewusstsein, Triebe und Unbewusstes sowie das Gewissen.

Freuds Ziel bestand darin, die komplexe Struktur der menschlichen Psyche modellhaft abzubilden. Von diesen drei Instanzen befand Freud das "Es" als die gewichtigste, da er 70% der menschlichen Entscheidungen als unbewusst oder triebhaft gesteuert ansah!

Das "Es"

Das "Es" ist diejenige Strukturinstanz, welche als Erste entsteht. Es repräsentiert grundlegende Triebe wie Nahrungsaufnahme oder das Bedürfnis nach Wärme und Hautkontakt. Je nachdem wie die Befriedigung dieser Triebe erlebt wird (verbunden mit Lust- oder Unlustgefühlen) entstehen daraus Bedürfnisse und Affekte. Bedürfnisse können zum Beispiel das Geltungsbedürfnis oder ein Angenommenseinsbedürfnis sein, während mit Affekten Emotionen wie Liebe, Hass, Neid oder Vertrauen gemeint sind.

Das "Über-Ich"

Sigmund Freud

Das "Über-Ich" wird oft als "das Gewissen" des Menschen wahrgenommen. Durch erzieherische Tätigkeiten werden im Kind bestimmte Normen, Werte, Welt- und / oder Gottesbilder verinnerlicht. Diese Verinnerlichung moralischer Vorstellungen erfolgt beim Kind etwa in dem Alter, in dem es als schulreif gilt. Es geht hierbei nicht nur darum was man tun soll und was nicht, sondern auch um Rollenbilder, also darum wie man zu sein hat! Durch die Bildung des "Über-Ich" wird das direkte Eingreifen der Eltern als Erzieher nicht mehr in jedem Fall nötig, die Kinder haben gelernt wie sie in sozialer Hinsicht funktionieren sollen. Ein Mensch mit einem zu stark ausgeprägten "Über-ich" leidet ständig an unter der Vorstellung, in moralischer Hinsicht versagt zu haben. 

Das "Ich"

Das "Ich" ist der rationale Vermittler zwischen "Es", "Über-Ich" und sozialer Umwelt. Dazu überprüft es selbstkritisch die Ansprüche dieser drei Entitäten, indem es Bewusstseinsinhalte aus Denken, Wahrnehmung und Gedächtnis als realistischen Maßstab heranzieht. Auch gesellschaftliche Normen und Werte dienen dem "Ich" zur Beurteilung der Realität. Man kann sagen dass die Aufgabe des "Ich" darin besteht, auf rational-konstruktive Weise soziale und psychische Konflikte zu lösen.

Morgen bei aphilia: Film und Psychoanalyse