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Die Dimensionen der menschlichen
Existenz teilt Frankl in die Bereiche Psyche, Physis und Noesis.
Die Psyche (Seele) und die Physis (Körperlichkeit) des
Menschen stehen dabei immer in einem engen Zusammenhang, denn die
Psyche kann den Körper ja nicht ablegen. Die Noesis (der
Verstand) ist am ehesten dazu in der Lage, sich selbst gesund zu
erhalten. Frankl geht dabei, im Gegensatz zur behaviouristischen
Psychologie, von der Freiheit des Willens aus. Als freier Mensch ist er
Gestalter seines Lebens, er bestimmt selbst trotz aller Widrigkeiten
selbst die Grundkoordinaten seines Daseins. Frankl will dies in seiner
Therapie den Patienten bewusst machen und so die
Selbstheilungskräfte wecken.
Die existentialistischen Philosophen Heidegger und Jaspers, Brüder im Geiste des existentialistischen Psychologen Frankl, schöpfen beide aus den Quellen von Sören Kirkegaard. Der dänische Theologe und Privatgelehrte und Ur-Existentialist beschreibt die menschliche Existenz in ständigen Gegensätzen: Das Entweder-Oder, so der Titel einer seiner Schriften, stellt den Menschen vor Entscheidungen, die er verantworten kann und muss. Ein bloßes sich fallen lassen in das vermeintliche Schicksal oder das Akzeptieren einer falschen Entscheidung für das eigene Leben ist für Kierkegaard eine Versündigung an sich selbst.
Zwar ist der Mensch durch seine Gene in vielen Dingen festgelegt, und er kann auch seine Biographie und seine Erlebnisse nicht einfach ablegen. Dennoch hat er die Freiheit, um zwische gut und böse zu unterscheiden und sein Leben so weit wie möglich zu gestalten. Jeder Mensch ist gleichzeitig soziales Wesen wie einmalig und original. In der Welt sucht er Sinn und Bedeutung.

Jede gute pädagogische oder psychologische Theorie beinhaltet auch einen Weg, mit der das Ziel am besten erreicht werden kann. Frankl kombiniert dabei drei unterschiedliche Ansätze: Im sokratischen Gespräch soll dem Patienten dazu verholfen werden, seine eigenen Ideen und Gedanken zu gebären - Sokrates' Mutter war Hebamme und der Athener Philosoph gebrauchte schon selbst diese Metapher für einen fruchtbaren Dialog. Die Dereflexion ist eine Technik, die dem sokratischen Selbsterkennen entgegen steht. Sie dient der Verdängung und mit ihrer Hilfe hat Frankl seine Zeit in den Konzentrationslagern überlebt. Die paradoxe Intention ist eine Methode, die die Zwangsvorstellungen eines neurotischen Patienten zu unterlaufen versucht.