PHILOSOPHIE
LEKTION 5

VON 5
Die Stoa im Christentum
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Der Trost der Philosophie

Auf der Schwelle zwischen Spätantike und Christentum vereint und versöhnt Boethius die griechische Schule mit der neuen Weltsicht. Sein Büchlein über den "Trost der Philosophie" ist im Kerker geschrieben. Der christliche König Theoderich, dem er einst als hoher Beamter gedient hatte, verdächtigte ihn der Konspiration mit dem rivalisierenden Byzanz und hatte ihn zum Tode verurteilt. Boethius nimmt den Schicksalsschlag in stoischer wie christlicher Duldsamkeit hin. In der Zeit der zu erwartenden Pein bewahrt er sich die innere Haltung der Menschenliebe: "Liebe die Guten nach Recht, Böser erbarme dich mild".

Die Elemente der Stoa im Christentum  

Epikur
Jesus
Paulus
Der Erstkontakt zwischen Stoikern und Christentum ist in der Apostelgeschichte (Apg 17, 16) überliefert:

"Während Paulus in Athen (...) wartete, erfasste ihn heftiger Zorn; denn er sah die Stadt voller Götzenbilder. Er redete in der Synagoge mit den Juden und Gottesfürchtigen, und auf dem Markt sprach er täglich mit denen, die er gerade antraf. Einige von den epikureischen und stoischen Philosophen diskutierten mit ihm, und manche sagten: Was will denn dieser Schwätzer?"

Die Vetreter der alten, stoischen und der neuen, christlichen Weltsicht lagen zunächst in einem Konflikt. Doch das Christentum entwickelte sich wie alle Religionen im Laufe der Jahre.Verschiedene Teile anderer Ströungen wurden integriert. Mit der Stoa war dies nicht allzu schwierig, denn.es gibt zwischen den beiden Lehren durchaus Parallelen. Beide idealisieren das Bedürfnislosigkeit, die Maßhaltung, und die Orientierung an den wesentlichen Dingen des menschlichen Lebens. Und in beiden Traditionen können alle Menschen am Glück teilhaben. Die Stoa unterscheidet nicht in Bürger, Sklaven und Barbaren, vertritt also wie das Christentum das Ideal der Gleichheit.
Auch die Schwierigkeiten sind ähnlicher Natur: In der realen Welt, die von Macht- und Besitzstreben geprägt ist, droht die ursprüngliche, moralisch bestimmte Lehre den Sachzwängen unterworfen zu werden. Der Unterschied zwischen Stoa und Christentum liegt ironischerweise weniger im Detail wie im Grundsätzlichen. Die Stoa ist eine philosophische Lehre unter vielen und beruft sich anders als das Christentum nicht auf eine göttliche Offenbarung.

Die Stoa: Ende des Kurses