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Die Philosophiehistoriker
unterscheiden üblicherweise eine ältere,
mittlere
und jüngere Stoa. Vertreter
der älteren Stoa, gewissermaßen ihre
Gründungsväter, sind Zenon von Kition, Epikur und
Chrysipp. Zenon lehrte in der Bunten Säulenhalle
(Stoa poikile) in Athen, woher die Philosophenschule auch ihren Namen
entlieh. Epikur gründete 306 v.Chr. die "Schule des Gartens",
die auch noch lange nach seinem Tod, bis ins zweite Jahrhundert nach
Christus
weiterbestand. Dieser Garten war nicht nur ein Lehrort, sondern auch
ein Ort epikureischer Lebenspraxis.
Dabei verfolgten die Epikureer eine Spielart der stoischen
Lehre, die
häufig Missinterpratationen unterworfen ist, empfahl Epikur
doch das Leben in "dauerhafter Lust". Damit wollte er jedoch nicht
der Hemmunglosigkeit Vorschub leisten, der Verächter des
vergänglichen Rausches suchte die Lust der Ruhe. Lust begann bei
Epikur mit der Abwesenheit von Schmerz. Chrysipp, der letzte
Vertreter des drei großen
älteren Stoiker systematisierte die Lehre in zahlreichen
Schriften.
(Chrysipp, zitiert nach Diogenes Laertius)
Mit der sokratischen Wende begann ein neues Zeitalter der Philosophie. Nicht mehr die Natur, sondern der Mensch wurde zum Mittelpunkt der Betrachtung. Sokrates hatte sein Leben damit verbracht, die Bürger Athens zum vernünftigen Denken zu verführen. Wie Sokrates waren die Stoiker der Ansicht, dass die gesamte Natur von einer übergeordneten, göttlichen Vernunft bestimmt ist, dem Logos, der für alle Menschen gleich gilt. Einen Unterschied zwischen Sokrates und den Stoikern gibt es in der Lebenspraxis. Der Stoiker verstand sich als Weltbürger (Kosmopolit) mit einem distanzierten Verhältnis zum Staat. Epikur riet den Menschen, "im Verborgenen zu leben". Sokrates hingegen war nicht nur patriotischer Athener, sondern auch überzeugter Verfechter einer offen ausgetragenen politische Debatte um alle wichtigen Angelegenheiten.
Chrysipp befasste sich nicht nur mit den typisch stoischen Fragen nach der richtigen Lebensweise, sondern auch mit Logik und Sprache. Leider gibt es sehr wenige erhaltene Schriften des stoischen Systematikers. Schuld daran ist niemand Geringeres als der ungestüme Römer Lulius Cäsar. Er ließ im Jahre 47 vor Christus im Liebesrausch zu Cleopatra die Schiffe ihrer Gegner im Hafen von Alexandria niederbrennen. Das Feuer griff auf die Bibliothek von Alexandria nieder und nicht nur Chrysipps Schriften gingen für immer verloren.