PHILOSOPHIE
TEIL 2

VON 5
Die Philosophie der Stoa: Der Weg zum Glück
Lektion 1 | Lektion 2 | Lektion 3 | Lektion 4 | Lektion 5

Vernunft und Trieb

Epikur
Epikur

Der Weg zum Glück führt nach der Lehre der Stoa über die Vernunft. Die Triebe des Menschen dürfen erst dann zur Geltung kommen, wenn die Vernunft ihnen zugestimmt hat, da die Seele sonst mit Affekten beladen wird und somit unglücklich wird. Der Mensch ist glücklich, der es in der Hand hat, Triebe und unerfüllbare Bedürfnisse von sich zu weisen. Was bleibt dem Stoiker dann aber übrig? Das Anhäufen von Geld und materiellem Reichtum ist es nicht. Es ist der Funken der Welt der sich in seiner Seele befindet. Er macht es ihm möglich, die Widrigkeiten des Seins als Schicksal anzunehmen, zu ertragen.

Die Meeresstille der Seele

Julius Cäsar
Cleopatra
Epikur von Samos
Marc Aurel
Sokrates
Zenon von Kition

Im gestrigen Kurs wurde anhand des Wettrennens zwischen der Schildkröte und dem Sprinter gezeigt, dass Bewegung (griech. Dynamis) nicht zwangsläufig zu einem Ziel führt. Die stoische Lehre bevorzugt ihr Gegenteil, die Zurückhaltung. Der Stoiker strebt nicht nach Dingen, sondern verzichtet auf sie, soweit es ihm möglich ist. Denn das Sich-kümmern ist mit Sorgen und Nöten verbunden. Durch die Freiheit von den Bemühungen gelangt der Weise zur Leidenschaftslosigkeit, Unerschütterlichkeit und zur "Meeresstille der Seele". 

Wieviel Stoa verträgt der Mensch ? 

Die Philosophie der Stoa ist ein geistiger Enwurf jenseits von allem Fanatismus. Wo der Eiferer nach Veränderung und Verbesserung strebt, übt sich der Stoiker in der Beschränkung. Die Lehre gerät freilich mit sich selbst in Widerspruch, wenn die Kontrolle in allen Lebensbereichen zum allzu hoch gesteckten Ziel wird. Ein sehr rigoroser Vertreter der stoischen Lebensweise läuft Gefahr, dieser ausgerechnet durch seine Bemühungen nicht mehr gerecht zu werden.    

Morgen bei aphilia.de: Die Lehrmeister der Stoa