Philosophie
TEIL 5

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Der Daoismus: Meditation
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Traditioneller Daoismus und neuere meditative Elemente

Die philosophischen Schriften des Daodejing des Zhuangzi (gleichnamig mit dem Lehrer Zhuangzi) enthalten keine direkten Hinweise darüber, dass die Einheit des Menschen mit dem Dao über Körperübungen zu erreichen ist. Im Gegenteil, Zhuangzi selbst äußert sich eher belustigt zur Idee, die Kräfte aus dem Körper heraus zu aktivieren, um so das Leben zu verlängern. Die Meditation ist eine Erfindung neuerer Zeit, in der die Lehre von Yin und Yang, die Lehre der fünf Elemente, alte schamanische Traditionen und medizinische Erkenntnisse miteinander verknüpft werden.

Die Pflege des Lebens

Zwar ist es eine daoistische Tugend, sich nicht allzu sehr in den Lauf der Welt einzumischen, doch das Leben selbst darf gepflegt werden. Im Prinzip des Wu Wei geschieht dies mit dem Prinzip der minimalen Kraftanstrengung. Richtschnur ist die Natur, denn auch das Wasser fließt und ändert seinen Charakter auf sanfte Weise. Die Atem- und Körperübungen sind deshalb auf Ausgleich bedacht. Die Meditation braucht eine Umgebung der Stille. Wer sich in dieser Stille fallen lassen kann, braucht keine Netze mehr. Er verwirklicht die Vereinigung von Gegensätzen und ist mit der Welt im Reinen.

Innere und äußere Alchemie

Themengebiete der heutigen daoistische Lebenspraxis

Philosophie
Atemübungen
Körperübungen
Stille Meditation
Ernährungskunde
(Heil-)Kräuterkunde
Sexuelle Praktiken
Schicksalswege

Die innere Alchemie strebt die Umwandlung negativer Emotionen, die Öffnung des Herzens, und die Entwicklung des klaren Bewusstseins an. Sie ist in ein Meditationssystem integriert, das auch Verbindung zum Schamanentum und zu den den tantrischen Schulen des Mahayana-Buddhismus aufweist. Diese buddhistische Schule, im Westen auch als "großes Fahrzeug" bekannt, gehört zu den drei großen buddhistischen Hauptströmungen. Die innere Alchimie hat zum Ziel, die Yin- und Yang-Energien auszugleichen und das Verhältnis der fünf Elemente, die im Körper den Organen Lunge, Niere, Leber, Herz und Milz entsprechen, in die richtige Balance zu bringen. Die Lunge bietet hierbei den direkten Zugang nach außen, sie nimmt über den Atem die Qi-Kräfte direkt aus den Quellen der Natur. In der Meditation wird das Qi zum Shen, zum Geist, der sich innerhalb des physischen Körpers entwickelt. Die äußere Alchemie beschäftigt sich mit den chemischen Stoffen und deren Veredelungen. Hierbei gibt es Parallelen zur westlichen Heilkräutermedizin.

Der Daoismus: Ende des Kurses