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Als der bedeutendste Lehrer des
Daoismus gilt der Philosoph Zhuangzi (Schreibweise auch Zhuangzhou),
der von ca. 369-286 vor Christus lebte. Er schrieb das Werk "Nanhua
zhenjing"(das wahre Buch vom südlichen Blütenland),
das wichtigste Dokument des Daoismus in seiner philosophischen
Ausrichtung. Manchmal trägt auch das Buch den Titel des
Autors, also ebenfalls "Zhuangzi".
Das Buch ist aber kein geschlossenes Werk, sondern eher eine
Textsammlung. Von den 33 Kapiteln hat Zhuangzi die ersten sieben selbst
verfasst. Dabei interpretierte Zhuangzhi die Weisheiten das Daodejing
nach seiner Zielsetzung. Er stellt weniger die politischen Aussagen in
den Vordergrund, sondern den einzelnen Menschen. Das angestrebte Ideal
ist der mit sich in Harmonie lebende, weltabgewandte Weise.
Die Philosophie im alten China legte weniger Wert auf eine formale Logik wie die der Griechischen. Sie ist auch nicht so stark metaphysisch verankert wie die indischen Schulen. An der Praxis orientiert, legt sie aus am Alltag ihre Bezugspunkte fest. Ihr Grundzug ist das Streben nach Harmonie, nach einem Mittelweg. Gleichwohl stellt sie sich auch der Frage nach der Erkenntnis überhaupt. Es geht ihr um die Wandlung der Dinge und um die Grenzen des menschlichen Wissens und noch grundlegender die der menschlichen Erkenntnisfähigkeit. Dabei geht es noch nicht einmal um die Welt als Ganzes, sondern um das Selbst, dass wir doch eigentlich kennen müssten. Aber schon an dieser naheliegenden Aufgabe führt uns Zhuangzi vor, mit welch begrenzten Mitteln wir ausgestattet sind.
Der Freiheitsbegriff von Zhuangzi wird in der Geschichte über Liezi, der auf dem Wind reitet, thematisiert:
"Erst nach fünfzehn Tagen kehrte er zurück. Er war vollständig unabhängig vom Streben nach dem Glück; aber obwohl er nicht auf seine Beine angewiesen war, war er noch von Dingen außerhalb seiner Seele abhängig. Wer es aber versteht, sich das das innerste Wesen der Natur anzueignen und sich treiben zu lassen vom Wandel der Urkräfte, um dort zu wandern, wo es keine Grenzen mehr gibt, der ist von keinem Äußeren mehr abhängig"
Nur vermeintlich handelt es sich bei der Philosophie Daoismus um ein Denken, das auschließlich im Osten beheimatet ist. Viele abendländische Philosophen und Literaten bedienten sich des asiatischen Mythos', drückten aber Gedanken aus, die ebenso in den abendländischen Schulen verwurzelt sind. Beispiele hierfür sind die Philosophischen Schriften und Briefe des römischen Stoikers Seneca ebenso wie Goethes Ausführungen über "die Natur" und Kafkas Kurzgeschichte "Beim Bau der chinesischen Mauer".