Naturwissenschaft
TEIL 3

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Die Titanic: Das Wrack
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Die Ortung des Wracks

Der Bug des Wracks der Titanic
Der Bug des Wracks

Um die Titanic ist es 73 Jahre lang ruhig, alle Ortungsversuche bleiben über Jahrzehnte vergeblich. Doch am 1. September 1985 gelingt es einem Team von französischen und amerikanischen Forschern, das Schiff ausfindig zu machen. Vom Forschungsschiff Knorr liefert ein mit Kabel verbundener Sonarroboter erste Bilder des Wracks der Titanic vom Meeresgrund. Markantestes Zeichen sind die großen Dampfkessel, aber auch die verstreuten Weinflaschen bezeugten, dass man das Luxusschiff gefunden hat. Das Wrack der Titanic liegt in ungefähr 3800 Metern Tiefe im Atlantik, etwa 368 Meilen südöstlich von Neufundland. Die Überreste bestehen aus zwei großen Hauptteilen: Der Bug und das umgestürzte Heck liegen ca. 2000 Fuß voneinander entfernt. Um die großen Teile herum liegen zahlreiche Trümmer verstreut.

Die Schätze im Bauch der Titanic

Zwei Jahre später beginnt die Bergung von Gegenständen aus dem Bauch des Ozeanriesen. Um die Bergungsrechte entsteht ein Streit, da hiermit auch die Vermarktung der Funde beginnt. Kritiker, darunter auch die Entdecker selbst, sprechen von einer Plünderung der Titanic. Über 6000 Gegenstände werden aus dem Wrack geborgen. Ein besonderes Interesse gilt Goldbarren und Juwelen, die sich möglicherweise noch in den Trümmern zu finden sind. Jedoch ist das Schiff auch ein Grab für 1516 Menschen. Im Jahre 2003 wird daher ein internationales Abkommen geschlossen, das ein weiteres Ausschlachten verhindern soll.

Der Handel mit den Fundstücken

Der Titanic - Tourismus

Nach den vielen Plünderungen  begann - unter russischer Ägide - die Phase der touristischen Erschließung. Das Forschungsschiff "Akademic Keldish" bringt Interessierte zur Unglücksstelle, wo sie in die U-Boote Mir I und Mir II einsteigen und bis auf den Grund hinabfahren können. Die Fahrt zum Wrack dauert ebenso wie das Wiederauftauchen drei Stunden. Die U-Boote waren auch bereits für die Filmaufnahmen von James Camerons "Titanic" im Einsatz.

Bei Versteigerungen werden immer wieder Gegenstände der Titanic-Katastrophe gehandelt. Von besonderem Wert sind hierbei die persönlichen Erinnerungen einer damals 16-jährigen Passagierin, die das Unglück im Rettungsboot überlebt und schon kurze Zeit später aufzeichnet. Auf insgesamt 8 Seiten beschreibt sie die Tragödie vom Zusammenprall mit dem Eisberg über die Explosionen der Dampfkessel bis zum Schrecken der auf dem Schiff Zurückgebliebenen und somit zum Tode Verurteilten. Unter den Letzteren war ihr eigener Vater. Auch eine Schwimmweste aus Segeltuch und Kork ist erhalten. Daneben gibt es eine Vielzahl von Gegenständen wie Geschirr, Schilder, Möbelteile, technische Pläne und Passagierlisten, die immer wieder in Auktionshäusern den Besitzer wechseln. Von den Angehörigen der Opfer wird dieser Handel als pietätlos kritisiert.

Die Entwicklung des Echolots als Folge der Katastrophe

Zur Vermeidung ähnlicher Katastrophen wurden nicht nur präzise Sicherheitsregeln festgelegt, sondern auch neue technische Ansätze verfolgt. Zur Ermittlung der Wassertiefe wurde noch 1912 das erste Echolot entwickelt. Das Echolot arbeitet mit mit Schall bzw. Ultraschallimpulsen, die von einem Schiff ausgesendet werden. Nach der Reflexion durch den Meeresgrund oder einem Eisberg gelangen die Wellen zum Empfänger an Bord zurück. Da die Schallgeschwindigkeit auch im Wasser konstant ist, lässt sich aus der Zeitspanne zwischen Absendung und Wiedereintreffen des Signals die Wassertiefe feststellen.

Die Titanic: Kursende