Naturwissenschaft
Lektion

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Die Fauna der Galapagos-Inseln (6): Die Unterwasserwelt

Die Meereschildkröte

Meeresschildkröte
Meeresschildkröte 
Foto: MA Ernst

Die weltweit verbreiteten Meeresschildkröten sind auch auf Galapagos anzutreffen. Als hervorragend an das Leben im Wasser angepasste Tiere können sie sehr weite Distanzen zurücklegen. Man zählt insgesamt sieben Arten mariner Schildkröten. Einige von ihnen werden bis zu 2 Meter groß, wiegen 500 kg erreichen mit ihren kräftigen Vorderbeine eine Spannweite von bis zu 3 Metern.

Die ausdauerstarken Tiere halten sich in punkto Geschwindigkeit zurück. Als Nahrung verwenden sie hauptsächlich Algen, Schwämme und Seegras, daneben auch Quallen, Schwämme und kleinere Fische. Auch Krebse stehen auf ihrem Speiseplan. Ihre Lebenserwartung kann nicht ganz mit den Riesenschildkröten auf dem Festland von Galapagos mithalten, sie beträgt "nur" rund 100 Jahre. Für das Ausbrüten der Nachkommen suchen sich die Weibchen einen Strand, in dem sie eine Kammer ausheben. Mit bis zu 150 Eiern wird sie gefüllt. Nach dem Zuschaufeln der Eikammer kehrt die frischgebackene Mutter wieder ins Meer zurück. Die Sonne übernimmt den Brutvorgang. Interessant ist die Auswirkung der Temperatur auf das Geschlecht. Bei Bruttemperaturen bis 29,9 Grad entstehen männliche, darüber weibliche Nachkommen.

Der Seehund 

Seehund
Seehund Foto: MA Ernst

Seehunde sind auch auf den Galapagosinseln heimisch. Sie gehören trotz ihres unschuldigen Aussehens zu den Raubtieren, denn ihre Ernährung besteht aus Fischen und anderen Meeresbewohneren. Sie werden bis zu 100 kg schwer und bis zu 2 m lang. Als Säugetiere müssen sie regelmäßig an die Wasseroberfläche, um Luft zu tanken. Dabei holen sie sich einen größeren Luftvorrat, den sie im Wasser sparsam einsetzen. Für das Tauchen ändern sie den Energiehaushalt ihres Körpers wie die Meeresiguane. Sie senken die Frequenz ihres Herzschlages ab. Auf diese Weise verbrauchen sie weniger Energie und können länger unter Wasser bleiben.

So unbeholfen sich der Seehund an Land bewegt, so flink und wendig ist er im Wasser. Seine Schwanzflosse ist ideal für das schnelle Tauchen. Zusätzlich zu seinen an das Wasser angepassten Augen erleichtern ihm seine Sinneshaare (Vibrissen) die Eigenbewegung und das Aufspüren der Beute. Äußerst empfindlich ist das Gehör. Wie ein Schiffsecholot sendet das Tier akustische Signale aus. Anhand  der Reflexionszeit vom Meeresgrund kann der Seehund die Distanz zu einem Hindernis oder einem größeren Tier feststellen und einen groben Umriss bilden. Die Paarungszeit der Seehunde ist im Sommer. Die Eier der Kuh werden im Wasser  befruchtet und ruhen anschließend 3 Monate im Bauch (Keimruhe), bis die Jungen des vorangegangenen Wurfs eigenständig sind. Nach einer weiteren, der eigentlichen Tragzeit von 8 Monaten werden die Nachkommen an Sandbänken, Stränden oder im Schutze von Klippen zur Welt gebracht.

Der Riffhai

(1) Galapagos Geschichte
(2) Blaufusstoelpel
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(4) Meeresiguan
(5) Riesenschildkroete
(6) Unterwasserwelt

Das Letzte Foto dieses Kurses mutet sehr bedrohlich an, zeigt aber keinen menschenfressenden Hai, sondern das für die Unterwasserfotografie völlig ungefährliches Exemplar aus der Gruppe der Riffhaie. Solange sie sich nicht provoziert fühlen, scheuen die Tiere den Menschen. Ansonsten sind die Fleischfresser bei ihrer Beute nicht wählerisch, sie jagen sogar andere kleine Haie und Rochen. Krebse und Langusten gehören ebenfalls zu ihrem Speiseplan. Beheimatet sind die Riffhaie nicht nur auf den Galapagosinseln, sondern in vielen tropischen Gewässer der Erde. Ihren Namen verdanken sie den Korallenriffen, wo man sie beim Tauchen vorzugsweise antreffen kann. 

Galapagos-Inseln (6): Die Unterwasserwelt