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Wie der Kormoran und der Pelikan
gehört auch der Blaufußtölpel zur Familie
der
Ruderfüßler. Er lebt auf dem amerikanischen Festland
nur
an der
tropischen Westküste zwischen
Kalifornien und Peru, ebenso trifft man ihn man auf den vorgelagerten
Inseln an.
Sein
Hauptverbreitungsgebiet ist aber das Galapagosarchipel. Er
hält
sich in der Brutzeit auf dem Land und ansonsten überwiegend
auf dem Meer auf. Seine Körperlänge umfasst ca. 80-90
cm, sein Gewicht beträgt etwa anderthalb Kilogramm.
Kopf
und Rumpf sind in Brauntönen gefärbt. Besonders
augenfällig sind seine leuchtenden blauen
Füße, mit denen er sich hervorragend im
Wasser fortbewegen kann. Beim Eintauchen aus großer
Höhe
werden sie
nach hinten abgewinkelt. Seinen Namen trägt der
Tölpel wohl
zu Unrecht, denn sehr geschickt
fängt er je nach Situation seine Beute beim Ein- oder
beim Wiederauftauchen. Selbst Fische, die sich nur kurz über
der Wasseroberfläche aufhalten, werden zum Ziel des
geschickten Jägers. Der Blaufußtölpel geht
aber ebenso
gerne in seichtem Gewässer auf Beutefang. Der
europäische
Verwandte des Blaufußtölpels ist der
Basstölpel (Sula bassana). Er hat seine Brutplätze in
großen Kolonien um Island, die britischen Inseln und
Skandinavien. In Deutschland findet man ihn auf der Insel Helgoland.

Das Balzritual ist recht
außergewöhnlich und für den Ornithologen
wie für den Laien immer wieder ein wunderschönes
Schauspiel der Natur. Die paarungswilligen Vögel
umtanzen sich zunächst.
Dann streckt das
Männchen seine Füße vor und lässt
sie
vom Weibchen begutachten. Die auffälligen blauen
Füße sind nicht nur Namensgeber der Tiere, sondern
auch Zeichen
der Geschlechtsreife. Der
Farbton der Füße ist ein Indiz für
die
Gesundheit der Tiere und spielt damit für die
Versorgungsqualität der
zukünftigen Familie eine große Rolle.
Die Intensität des Farbtons hängt von der
Erährung ab, die ausschließlich aus Fischen
besteht. Nimmt ein Blaufußtölpel zu wenig
Nahrung auf, so
lässt seine Fußfarbe nach, und seine Paarungschancen
verringern sich. Während des Rituals wird auch ein
Werbungsgesang
angestimmt, der aus langanhaltenden
Pfeiflauten besteht. Immer wieder werden dabei Kopf und
Schnabel nach
oben gereckt und heftig bewegt. Auch der
Sterz
und die Unterseite der Flügel werden zum Himmel gerichtet.

Im gesamten Balzritual gibt es ein
klar zu
erkennendes Signal für den erfolreichen Abschluss des
gegenseitigen Umwerbens. Es kommt also - wie beim Menschen - zu eine
Art
von Vertragsabschluss und der Übergabe eines
Ehesymbols.
Der Ehering der Tierwelt ist bei den Blaufußtölpeln
von ganz
praktischer Natur und betrifft die Grundsteinlegung eines neuen
gemeinsamen Hauses:
Das Männchen bringt der Angebeteten
nämlich einige kleine
Stöckchen für den Nestbau und dokumentiert so seine
handwerklichen Fähigkeiten und sein Organisationsgeschick.
Wenn die Stöckchen akzeptiert werden ist die Hochzeit
besiegelt. Das Weibchen wird die übergebenen
Stöckchen in des Nest einbauen und dem gemeinsamen
Glück steht dann nichts mehr im
Wege.
Die Blaufußtölpel leben monogam, der
einmal geschlossene Bund der Ehe hält in der Regel ein ganzes
Vogelleben
lang, in der Freiheit sind dies etwa 15 bis 17 Jahre. Zu ihrem
angestammten Brutplatz kehren die Paare der
Blaufußtölpel immer wieder
zurück.

Das Nest baut das Weibchen im Schutz von felsigen Küstengebieten. Es ist daher nicht besonders kunstvoll angelegt, sondern besteht aus einem Ring von kleinen Stöckchen in einer Mulde. Das Weibchen legt nach der Paarung in einem Zeitraum von 1 bis 2 Wochen 1 bis 3 Eier. Der Brutvorgang ist außergewöhnlich, er wir nämlich zum Großteil mit den gut durchbluteten Füßen durchgeführt. Nach den 40 oder 41 Tagen der Brutperiode werden die Küken von beiden Eltern mit Nahrung versorgt. Die Familienplanung der Blaufußtölpel kennt wenig Rücksichtnahme in knappen Zeiten. Falls nicht genug zu essen vorhanden ist, wird nur das Erstgeborene oder Kräftigste gefüttert, und die anderen müssen das Nest verlassen. Nach 3-4 Monaten verlassen die aufgezogenen Jungvögel mit braunem Gefieder die Kinderstube.