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Die Galápagosinseln
befinden sich zu beiden Seiten des Äquators in der
Abgeschiedenheit des Pazifischen Ozeans, ungefähr 1000
Kilometer
westlich des südamerikanischen Kontinents. Sie sind
die Bergspitzen eine gewaltigen Vulkanmassivs, das sich aus
dem
Meeresboden erhebt. Die vor über drei Millionen Jahren
begonnene vulkanische Tätigkeit hält bis heute an.
Es ist daher wahrscheinlich, dass im Laufe der Jahrhunderte noch
weitere
kleine
Eilande aus dem Meeresspiegel wachsen werden. Heute zählt man
14
größere und über 100 kleinere Inseln.
Von der spanischen Seefahrt wird die Inselgruppe im Jahre 1535 entdeckt
und bald als Stützpunkt für die Aufnahme von
Nahrung
und Süßwasser genutzt. Die erste dauerhafte
menschliche
Besiedlung lässt sich
auf das frühe 19. Jahrhundert datieren. Die
Neuankömmlinge bringen auch ihre eigenen Tiere und Pflanzen
mit, was das bis dahin einzigartige Ökosystem
verändert - denn die Tiere auf der Insel
hatten gegenüber den Festlandarten eigene Merkmale
entwickelt. Für die Wissenschaft wird die Zeit knapp, will sie
die Lebensverhältnisse auf der Insel erforschen und bewahren.

Als der deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt von 1799-1804 seine große Amerikareise mit dem Vermessungsschiff Beagle unternimmt, beschränkt er sich auf das Festland. Die Entdeckung des Ökosystems der Galapagosinseln fällt damit seinem "Kollegen" Charles Darwin in die Hände. 1832, drei Jahre nach der Annektierung der Inseln durch das südamerikanische Ecuador, beginnt der Brite mit seinen Studien. Er vergleicht die Exemplare der Inseln mit denen des Festlandes und entwickelt daraufhin seine Evolutionslehre. Das Archipel wird im Laufe der Zeit zum Eldorado für Naturforscher aller Couleur. Die Charles-Darwin-Forschungsstation wird 1961 auf der Insel Santa Cruz eingerichtet. 1973 erhält Galápagos den Status einer eigenen ecuadorianischen Provinz mit der Hauptstadt Puerto Baquerizo Moreno auf der Insel San Christoba. Die Einwohnerzahl der Galápagosinseln liegt bei knapp über 20.000. Die größte Insel Isabella ist dabei nur von knapp 1000 Menschen bewohnt. Die zweitgrößte Insel Santa Cruz ist nicht nur am bevölkerungsreichsten, sondern auch Anlaufstelle für die meisten Touristen.

Das Archipel besteht nicht nur aus
erloschenen, sondern auch aus aktiven Vulkanen. Auf der Insel Isabela
ergießen sich immer wieder Lavaströme aus dem Sierra
Negra, einem 1500 Meter über dem Meeresspiegel liegenden
Krater mit dem imposanten Durchmesser von 10 Kilometern. Das
geschmolzene
Gestein aus dem Inneren des Vulkans bedeckt auf seinem Weg ins Meer
die gesamte Pflanzenwelt und tötet sie ab; auch
für die Menschen ist der Sierra Negra eine Gefahr. Geologen
ist es bisher noch nicht geglückt, verlässliche
Prognosen des Ausbruchszeitpunkts zu erstellen. Allein die Tiere
wittern
einen Ausbruch rechtzeitig und können sich in Sicherheit
bringen.
Aus den
erkalteten und fruchtbaren Steinen kann sich wieder neues Leben
entfalten.
Auch für
die Meerestemperatur haben die Lavaströme
Auswirkungen, denn
das Wasser um das Mündungsgebiet wird um
einige Grade aufgewärmt. Dies erhöht den
Nährstoffgehalt. An der
Küste entstehen neue
schützende Buchten, die den
Riesenschildkröten
sichere Brutplätze bieten. Der Kreislauf des Lebens vollzieht
sich
auf einer Vulkaninsel sehr unmittelbar und plastisch.

Die Pflanzenwelt der Galápagoinseln reicht in ihrer Vielfalt zwar nicht an die des südamerikanischen Festlandes heran, doch in den unterschiedlichen Höhenregionen finden sich einige interessante, für die Insel typische Phytozönosen (Lebensgemeinschaften). In der Küstenzone vom Meeresspiegel bis 10 Metern Höhe wachsen Pflanzen, die im Salzwasser überleben können. Dazu gehören Strandhafer und Mangrovenbäume. In der anschließenden Trockenzone bis 100 Metern finden sich Kakteen und der auschließlich auf Galápagos beheimatete Balsambaum. Die Transitionszone erstreckt sich bis 200 Höhenmetern. Sie ist die Heimat von Gräsern, Farnen, Moosgewächsen und Epiphyten (Aufsetzerpflanzen). Erst ab 200 Metern wachsen Pflanzen, die auf regelmäßige Niederschläge angewiesen sind. Charakteristisch sind auf den Galapagosinseln die Sonnenblumenbäume. Ab ungefähr 400 Metern beginnt das vermehrte Wachstum von blühenden Sträuchern.