KUNST
Teil 2

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Das Streichquartett (2): Haydn

Das Streichkonzert in der Wiener Klassik

Als Vater des klassischen Streichquartetts ist Joseph Haydn. Seine Karriere führt ihn, der aus einfachsten Verhältnissen stammt, über das Chrorknabenstift von St. Stephan bis zum Dienst aden Höfen der ungarischen Adelsfamilie Esterházy und der Habsburger. Dabei emanzipiert sich Haydn sehr spät von seinen Auftraggebern. Erst mit 60 Jahren wird er zum unabhängigen Komponisten und Musiker. Haydns Kompositionen waren bald nicht mehr nur in Mitteleuropa, sondern ebenso in England gefragt. Als er selbst nach London reiste, war er zu Tisch mit dem englischen König, dem Thronfolger und dem Hochadel.

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Haydns Verdienst ist die Neuorientierung der gesamten Instrumentalmusik und der Sinfonie. Haydn schafft eine kompositorische Technik, an die sein Schüler Mozart und dessen Schüler Beethoven anknüpfen, um ihren eigenen Stil zu entwickeln. Haydn, Mozart und Beethoven bilden eine musikalische Trias, die im Schauspielfach mit den großen Tragödiendichtern Aischylos, Sophokles und Euripides verglichen werden darf. Auf den Begründer folgt der Erneuerer, auf diesen schließlich der Revolutionär. Ein Genre vollzieht den Dreischritt aus Begründung, Erfüllung und Vollendung, die mit Zerstörung einher gehen muss. 

Die Streichquartette von Joseph Hayn


Joseph Haydn
Wolfgang Amadeus Mozart

Haydn komponiert über 70 Streichquartette. Seine frühen Werke, Opus 1 und 2, zeigen dabei noch keine strenge Sonatenform. In den jeweils 6 Quartetten von Opus 9 und 17 finden sich schon die Grundlagen des typischen Stils des Streichquartetts. Kompositorisch sind sie dabei sensibler und fordern die Musiker technisch stärker als ihre Vorgänger heraus. Die 6 "Sonnenquartette" von Opus 20 enthalten mit Schlussfugen und dem Kontrapunkt typische Einsprengsel des Barock. Markant in den 6 "russischen Quartetten" sind die ausgeprägte Sonatenhauptsatzform und das Scherzo anstatt des Menuetts. Die 6 "preußischen Quartette" (Opus 50) sind sehr verspielt, denn steht der Meiste ganz im Bann seines Schülers Mozart. Einen Gegensatz hierzu bildet Opus 51, die Vertonung der sieben letzten Worte des Erlösers Christi am Kreuz in sieben Adagiosätzen. Haydn weicht hier von der Sonatenform ab. Den Schlusssatz bildet das "Terremoto", eine Ausdrucksstarke Darstellung des Erdbebens nach dem Kreuzestod. 

Das Kaiserquartett

Haydn bekannteste Streichquartette

Aus kompositorischer Sicht stellt die Veröffentlichung seiner 6 "russischen Streichquartette" im Jahr 1781 einen Meilenstein dar. In diesen Werken erreichte Haydn seine stilistische Meisterschaft und meinte selbst, sie seien auf "ganz besondere Art" komponiert

In seinen 6 Quartetten des Opus 76 erlangt Haydn seine endgültige, meisterhafte Form. Die Sätze sind langsam, tragend und doch nach vorne strebend, Sonatenhauptsatz und Rondo miteinander verknüpft. Das bekannteste Quartett ist die Kaiserhymne "Gott erhalte Franz den Kaiser". Mit dem Text von Hoffmann von Fallersleben bildet sie heute die deutsche Nationalhymne. Hier der Originaltext von Joseph Haydn:

Gott erhalte Franz, den Kaiser / Unsern guten Kaiser Franz!
Lange lebe Franz, der Kaiser / In des Glückes hellstem Glanz!
Ihm erblühen Lorbeerreiser / Wo er geht, zum Ehrenkranz!
Gott erhalte Franz, den Kaiser / Unsern guten Kaiser Franz!

Morgen bei aphilia: Wolfgang Amadeus Mozart