Kunst
Teil 1

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Das Streichquartett (1): Die Instrumente 

Die Instrumente des klassischen Streichquartetts

Zwei Violinen, eine Viola und ein Violoncello bilden die klassische Zusammensetzung des Streichquartetts. Etwas Verwirrung kann dabei die unterschiedlichen Bezeichnung gleicher Instrumente stiften: Violine = Geige, Viola = Bratsche, Violoncelo = Cello.

Das Streichquartett gehört zur Kammermusik. Diese Gattung repräsentiert die weltliche Musik, dient also dem puren Vergnügen und weniger der Begleitung zu religiösen Anlässen. Die leidige Unterteilung in E- und U- Musik hat also eine gewisse Tradition. Glücklicherweise gibt es einige Aufführungsformen, die sich nicht so einfach in irgendwelche Schubladen pressen lassen. So hat beispielsweise das Oratorium einen sakralen Hintergrund, ist aber für den Konzertsaal komponiert.

Die eigentliche kompositorische Herausforderung des Streichquartetts liegt in der Ausarbeitung eigenständiger Begleitstimmen nach dem Wegfall des obligatorischen Tasteninstrumentes. Dabei kann das Thema nicht nur von den Geigen, sondern ebenso von der Bratsche übernommen werden. Das Streichquartett fasziniert durch den warmen, in sich geschlossenen Klang der Instrumente von gleichem Typus wie unterschiedlichem Charakter.

Die Notenschlüssel des klassischen Streichquartetts

Das Bild links zeigt die Notenschlüssel des klassischen Streichquartetts. Der Violinschlüssel hat auch seinen Namen vom zugehörigen Instrument. Der Alt- oder Bratschenschlüssel gehört zur Viola (Bratsche). Der Bassschlüssel ist für das Violoncello (Cello). Natürlich gilt er auch für den Contrabass. Mozart hat seine "Kleine Nachtmusik" für vier Stimmen arrangiert, aber für fünf Instrumente. Er fügte eine Bassstimme hinzu, die mit dem Violoncello gleich gespielt wird. In Musikerkreisen ist es nicht unüblich, Rückschlüsse vom Instrument auf den Künstler zu wagen. Bratschisten kommen dabei selten ungeschoren davon

Die Bratsche (Viola)


Joseph Haydn
Wolfgang Amadeus Mozart

Bratschenspieler gelten in Musikerkreisen als etwas eigenwillig, und nicht nur dort. Für ihr Instrument müssen sie sich rechtfertigen. Es gilt wahlweise als geschrumpftes Cello oder aufgeblähte Geige. Dies sind harte Worte für die Künstlerinnen und Künstler. Zudem besitzen die Bratschenspieler auch noch einen eigenen Schlüssel, mit dem Violinschlüssel und dem Bassschlüssel geben sie sich nicht zufrieden. Bratschisten sind so schwierg, dass eigene Witze über sie kursieren: "Wie wird man eigentlich Bratscher? Alle Geigen waren schon besetzt." Woher kommt wohl dies Einschätzung? Die Bratsche ist ein Instrument, dass man nicht als erstes Instrument hört. Die hellen Geigen geben die Melodie für den Kopf. Die tiefen Celli sorgen für den Bass, der sich seinem Weg in den Magen sucht. Die Bratsche verdichtet den Klang, sie vermittelt zwischen Hoch und Tief, bildet eine Substanz, auf der sich das Filigrane erst entfalten kann. Doch auch für die Solostimme ist die Bratsche eine Bereicherung. Im Adagio-Satz des als deutsche Nationalhymne bekannten Kaiserquartetts von Joseph Haydn übernimmt die Bratsche das Thema in der dritten Variation. Bei Komponisten und Dirigenten sind die Bratschisten also hoch anerkannt. Auch Bach und Mozart waren Bratschisten. Die leeren Saiten der Bratsche sind auf c-g-d’-a’ gestimmt.

Das Cello (Violoncello)

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Das Cello ist das größte Instrument im klassischen Streichorchester. Es wird nicht wie die Violine oder die Bratsche an die Schulter gelegt, sondern im Sitzen zwischen den Knien gehalten. Der Stachel auf dem Boden sorgt für eine stabile Position. Das Instrument zeichnet sich durch seinen tiefen und warmen Klang aus. Der Tonumfang reicht vom großen C bis zum dreigestrichenen e (e'''). Die Stimmung des Cellos ist C-G-d-a, also eine Oktave tiefer als bei der Bratsche.

Die Geige (Violonine)

Violine bedeutet eigentlich "kleine Viola". Das Wort Geige ist eine Schöpfung aus dem deutschen Sprachraum. Die Seiten sind im Abstand einer Quinte gestimmt: g, d', a' und e''. Der Violine zugeordnet ist der Violinschlüssen, also der "normale Notenschlüssel" mit dem Grundton G. Die Geige ist, nicht nur im Streichquartett, ein klassisches Soloinstrument. Ihr heller Klang und ihre hohe Dynamik hebt ihre Stimme aus dem Ensemble heraus.

Morgen bei aphilia: Joseph Haydn