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Das Bild rechts zeigt die
sogenannten Spektralfarben. Sie entstehen durch die Brechung von
weißem Licht. Da dieses Phänomen auch
durch Wassertropfen ausgelöst wird und dann als Regenbogen zu
Tage tritt, spricht man auch von den Regenbogenfarben. Das
Phänomen des Regenbogens lässt sich ebenso in
entgegengesetzter Weise produzieren.
Richtet man beispielsweise
Lichtstrahler mit den einzelnen Farben des Spektrums auf einen Punkt,
so ergibt sich wieder die Urfarbe Weiß.
Die sieben
Regenbogenfarben sind im Farbkreis zu sechs Farben reduziert, da Hell-
und Dunkelblau eine Einheit bilden. Der Farbkreis
enthält die drei Grundfarben
Rot, Gelb und Blau, und die Komplementärfarben Orange,
Grün und Violett. Dabei ergeben die Gegensätze Rot
und Grün, Orange und Blau sowie Gelb und Violett bei einer
Vermischung einen Grau- oder Weißton. Dieses Prinzip wurde u.
a. von Johann Wolfgang Goethe erkannt und dokumentiert.
Traditionelle Maler hatten in der Regel einer Farbe so lange Schwarz beigemischt, bis der erwünschte Ton erreicht war. Die Impressionisten gehen neue Wege und versuchten, die Farben auf anderer Grundlage zu entwickeln. Sie konzentrieren sich auf die reinen Spektralfarben und verringern so ganz bewusst die Farbenvielfalt. Gleichzeitig verschärfen sie aber die Kontraste, indem sie die zugehörigen Komplementärfarben nebeneinander setzen.

Die Kunst des Pointilismus (frz.
Point = Punkt) besteht darin, die Farben nicht zusammen zu mischen,
sondern in kleinen Punkten nebeneinander zu setzen. Dies ruft aus einer
gewissen Distanz betrachtet eine geschlossene Farbwirkung hervor. Der
Effekt zeigt sich in den beiden Bilder rechts.
Sie zeigen das Gemälde "Das Frühstück"
von Paul Signac, einem bedeutendem Vertreter des
Spätimpressionismus, der nicht nur als Künstler,
sondern auch als Theoretiker und Wortführer der
Impressionisten auftrat. Auf den ersten Blick ist für den
unvereingenommenen Betrachter zunächst noch keine
maltechnische Besonderheit zu erkennen. Allenfalls das Motiv des
Gemäldes erregt den Betrachter. Die Ruhe des Raumes verbirgt
die
subtile Anspannung der Personen, die sich in ihren Blicken
ausweichen. Doch nicht nur die Harmonie am Kaffeetisch ist
hier
"zusammengesetzt".

Auf dem Ausschnitt rechts sind nun die einzelnen Farbpunkte zu erkennen sind. Die einzelnen Pinselstriche sind nicht vermischt, sondern noch deutlich zu erkennen. Der obige Gesamteindruck des Bildes ergibt sich erst im Auge des Betrachters. Bei näherem Hinsehen offenbart das Kunstwerk seine einzelnen Elemente. Die verwendeten Komplementärfarben erzeugen besonders starke Kontraste. Zudem werden auch die Schatten auf dem Bild nicht naturgemäß schwarz, sondern ebenfalls farbig gezeichnet. Die erst auf den zweiten Blick erkennbaren Effekte machen das Gemälde so interessant. Die Unschärfe der impressionistischen Bilder fordert die geistige Schärfe des Betrachters heraus.