GESCHICHTE
TEIL 5

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Die Karolinger: Die Reichsteilungen

Der Vertrag von Verdun

Das Karolingerreich nach der Teilung von Verdun (843)
Das Karolingerreich nach der Teilung
von Verdun (843)

Nach dem Tod von Karl dem Großen im Jahre 814 übernahm sein Sohn Ludwig der Fromme das Regiment. Doch durch seine Nachgiebigkeit gegenüber den Machtansprüchen von Kirche, Adel und Familienmitgliedern geriet die von seinem Vater vorangetriebene Zentralisierung des Frankenreiches in Bedrängnis.
Die 817 von Ludwig erlassene Ordinatio Imperii sollte die alte Regelung ablösen, nach der das Reich immer wieder unter den Nachkommen aufgeteilt wurde. Geplant war die Lenkung des Gesamtreiches durch einen Kaiser und die Verwaltung der Teilgebiete durch Könige. Die Pläne scheiterten, die Zersplitterung des Frankenreiches begann. Zwar war die Teilung von Verdun im Jahre 843 nicht als Reichsteilung, sondern lediglich als Herrschaftsteilung konzipiert. De facto wurde aber damit die Landkarte des heutigen, nach Nationalstaaten geteilten Europa vorbestimmt.
Das Reich Karls des Großen zerfiel unter seinen drei Enkeln in ein Mittel-, Ost- und Westreich. Kaiser Lothar I. erhielt das Mittelreich (Lotharingien) mit den Kaiserstädten Aachen und Rom, Ludwig der Deutsche das Ostfrankenreich, und Karl II. (der Kahle) das Westfrankenreich.
Um den Kaisertitel entbrannte eine Rivalität. Karl der Kahle pochte auf seinen Anspruch und besetzte einen Teil des Mittelreiches Lothars. Gleichzeitig trug aber ein Sohn Lothars in Italien den Kaisertitel.

Die Reichsteilung von 870

Das Karolingerreich nach der Teilung von Meerssen (870)
Das Karolingerreich nach der Teilung
von Meerssen (870)

Im Vertrag von Meerssen (in der Nähe von Maastricht) wurde das Mittelreich Lothars des II. zwischen Karl dem Kahlen und Ludwig II. dem Deutschen aufgeteilt. Trotzdem nahmen die inneren Konflikte nicht ab, und Karl der Kahle wurde 876 bei Andernach durch das ostfränkische (deutsche) Heer geschlagen. Unterstützt wurde es hierbei auch vom Adel. Der Kaisertitel ging von da an nach Deutschland und das spätere "Heilige Römische Reich deutscher Nation" trat nach seinem Selbstverständnis das Erbe des Weströmischen Reiches an. Frankreich blieb als Königreich bestehen.

Bedrohung der fränkischen Reiche

(1) Aufstieg
(2) Pippinische Schenkung
(3) Sachsenkriege und Kasierkrönung
(4) Karolingische Renaissance
(5) Reichsteilungen
Karl Martell
Karl der Große
Otto der Große

Die Reichsteilungen und internen Auseinandersetzungen führten zu einer Schwächung und lockten immer wieder Feinde an. Im Norden waren dies Wikinger und Normannen, die mit ihren Schiffe zunächst die Küsten unsicher machten und später über die Flüsse auch ins Landesinnere vordrangen. So belagerten die Normannen 885 über ein Jahr lang Paris. Als Preis für ihren Abzug erhielten sie die später nach ihnen benannte Normandie als Lehen. Aus dem Süden drangen die Araber vor. Nach der von Karl Martell zugefügten Niederlage von 742 hatten sie von Spanien, Afrika und Sizilien zwar immer wieder Raubzüge nach Westeuropa unternommen, konnten aber keine größeren Erfolge vorweisen.
Gut ein Jahrhundert später wendete sich das Blatt und 846 zogen sie plündernd durch Rom. In Frankreich hatten sie zeitweilig Marseille und Arles inne. Aus dem Osten wurden die fränkischen Reiche auch durch die Ungarn bedroht. Tief drangen sie ins Reich ein, nicht nur Bremen und Orléans wurde von ihnen angegriffen, auch Rom wurde Ziel eines Feldzuges. Erst 955 wurden sie durch den deutschen König Otto I. auf dem Lechfeld geschlagen.

Ende des Kurses: Die Karolinger