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Im Schatten von Karls Kampf gegen die
Langobarden in Italien traten in der Mitte des Reiches die Sachsen auf
den Plan. Nachdem sie immer wieder über fränkische
Siedlungen und Kirchen in Hessen hergefallen waren, änderte
Karl seine Vorgehensweise von den damals üblichen
"Strafexpeditionen" zu einer systematischen Kriegsführung.
Das Jahr 772 markiert den Beginn der Sachsenkriege. Heftige
Kämpfe tobten um die Festung Eresburg in der Nähe des
heutigen Paderborn. Diesen sächsischen Stützpunkt
hatte Karl 772 erobert und die Irminsul, eine heidnische
Kultstätte nahe der Festung zerstören lassen.
Die
Sachsen gewannen sie jedoch während eines Italienzuges von
Karl wieder zurück und 775 eroberte Karl die Festung erneut.
Zusätzlich eroberte er die Sigiburg an der Ruhr und
versicherte sich durch Treueeide und Geiseln der Loyalität der
Stämme der Ost- und der Westfalen.
Im Jahre 777 kam es erstmals zu einer Reichsversammlung auf
sächsischem Territorium. Ort war das eigens
gegründete "Karlsburg", das wahrscheinlich Ursprung des
heutigen Paderborn ist. Von dort wurde die
planmäßige Christianisierung der Sachsen
vorangetrieben. Als Hilfskräfte dienten
angelsächsische Missionare, also englische Nachkommen von
Sachsen, die auf der Insel christianisiert worden waren und nun den
Glauben im Gebiet ihrer Vorfahren verbreiteten.
Das Jahr 782 wirft einen dunklen Schatten auf die Vita Karls des Großen. Zeitgenössische Quellen berichten, dass Karl die Auslieferung sächsischer Raedelsführer erzwang und sie auf der Stelle köpfen ließ. Hierbei soll er voller Zorn und Rachsucht gewesen sein. Chronisten berichten von 4500 Opfern, deren Blut das Wasser der Aller rot färbte. Die Sachsenkriege dauerten aber noch eine lange Zeit an. Schließlich kam es zwischen Karl und seinem sächsischen Gegner Widukind 785 zu Friedensverhandlungen. Widukind ließ sich taufen, womit eine Wende im fränkische-sächsischen Konflikt eingeleitet wurde. Trotzedem kam es nach der Errichtung eines Bischofssitzes in Bremen im Jahre 787 zu Unruhen. Karl vertieb Sachsen aus den Gebieten zwischen Weser und Elbe und ließ sie in verschiede Gruppen aufgesplittet in Gallien und Germanien neu ansiedeln. 804 wurde der letzte Kriegszug gegen die Sachsen durchgeführt. Von da an waren sie intergriert und christianisiert.
Am 25. Dezember 800 wird Karl der
Große von Papst Leo III. im Petersdom in Rom zum Kaiser
gekrönt. Seit dem Niedergang des Weströmischen
Reiches war dieser Titel im westlichen Europa vakant. Für das
byzantinische Kaisertum bedeutete dies eine ungeheure Provokation, denn
Karl bezeichnete sich als Augustus Imperator Renovatio Imperii Romani,
als Kaiser des erneuerten Römischen Reiches in direkter
Nachfolge der römischen Kaiser. Das fränkische Reich
sollte Nachfolger des Römischen Imperiums sein. Eben dies
beanspruchte auch das christlich-orthodoxe Byzantinische Reich.
Immerhin kann man Karl zugute halten, dass er in die
Krönungszeremonie recht unschuldig hineingeraten war. Wie
Karls Biograph Einhard berichtet, setzte Leo III beim
Weihnachtsgottesdienst dem betenden Karl völlig
überrascht eine Krone auf. Daraufhin sollen die anwesenden
Geistlichen mit der Huldigungslitanei begonnen haben. Karl versicherte,
er hätte "an jenem Tage trotz des Hohen Festes die Kirche
nicht betreten, wenn ihm die Absicht des Papstes vorher bekannt gewesen
wäre."