GESCHICHTE
TEIL 1

VON 5
Die Karolinger: Der Aufstieg

Von den Merowingern zu den Karolingern

In der 2. Hälfte des 7. Jahrhunderts zerfällt das merowingische Frankenreich (regnum francorum) in eine Vielzahl von Königtümern. Den Hauptteil bilden die Reiche Austrien, Neustrien und Burgund.
Zwischen Mosel und Maas geht zu dieser Zeit ein neues Herrschergeschlecht aus Arnulfingern und Pippiniden hervor, das später nach Karl dem Großen den Namen Karolinger erhält. Ihr Aufstieg beginnt mit Karlmann und Pippin III., den beiden Söhnen des fränkischen Hausmeiers Karl Martell.
Vor seinem Tode im Jahre 741 verteilt Martell die Reiche Austrien, Schwaben und Thüringen an Karlmann, Pippin III. bekommt Neustrien-Burgund und die Provence. Aquitanien und Bayern werden von beiden gemeinsam regiert.

Die Allianz zwischen Papst und Krone

Karl der Große
 Karl Martell

Ungeachtet dessen pocht der Merowinger Childerich III. noch auf seine Königswürde. Im Jahre 751 kommt es aber mit Unterstützung des Papstes zur Machtergreifung der Karolinger. Mit Zustimmung der Reichsversammlung schickt Pippin III. Gesandte nach Rom, um den Papst zu fragen, ob er es billige, dass die fränkischen Könige ohne eine starke Zentralgewalt regieren.
Papst Zacharias antwortet, es sei besser, der Inhaber der Gewalt heiße König als derjenige, der keine Gewalt besäße, und beschied kraft apostolischer Autorität, dass Pippin III. (der Jüngere) König werden solle, damit "die Ordnung nicht gestört werde".

Die Königserhebung Pippins

(1) Aufstieg
(2) Pippinische Schenkung
(3) Sachsenkriege und Kaiserkrönung
(4) Karolingische Renaissance
(5) Reichsteilungen
Das Krönungszeremoniell

Pippin wollte seine Inthronisationfeier dazu benutzen, die Herrschaft zu legalisieren. Daher inszenierte er nicht nur die traditionelle germanische Schilderhebung sondern auch eine christliche Salbung nach Vorbild der biblischen Könige (Saul, David). Ausgeführt wurde die Salbung durch fränkische Geistliche. Die persönlich Salbung durch Bonifatius, wie sie in einigen Chroniken beschrieben wird, gilt nach heutigem Forschungsstand als Legende.

Daraufhin wird Pippin III. im Jahre 751 in Soissons von den Franken zum König gewählt. Childerich III. wird abgesetzt und in ein Kloster verbannt. Die Dynastie der Merowinger tritt damit endgültig zugunsten der Karolinger von der politischen Bühne ab. Der Wahl durch die Franken folgt die Salbung durch die Bischöfe. Sie gilt als Sakrament, das Pippin III. zum "Erwählten Gottes" erhebt.
Nach dem Tod von Papst Zacharias wird 754 von Papst Stephan II. in St. Denis eine erneute Salbung durchgeführt, wobei auch Karl und Karlmann, die Söhne Pippins, einbezogen werden. Anmerkung: Sowohl Pippins Bruder wie auch sein Sohn tragen den selben Namen. Somit erhält das gesamte Herrschergeschlecht eine göttliche Legitimation. Im Jahre 768 verstirbt Pippin II., der erste karolingische König der Franken. Seine beiden Söhne schaffen es nicht, sich über die Herrschaft zu einigen, und nur einer von beiden wird schließlich als "der Große" in die Geschichte eingehen. Zudem verschärfen sich die Konflikte mit den Langobarden, die unter Karl Martell noch gemeinsam mit den Franken gegen die Araber kämpften.