GESCHICHTE
TEIL 5

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Der 30-jährige Krieg (5): Der Schwedisch-Französische Krieg
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Die Fortsetzung des Krieges

Der Begriff Französischer-Schwedischer Krieg ist von den Historikern etwas unglücklich gewählt, denn tatsächlich handelt es sich um Verbündete. Der französische Kardinal Richelieu hatte sich schon für einige Zeit indirekt am Konflikt in Deutschland beteiligt, indem er in Deutschland und Holland Stimmung gegen die Habsburger machte. Frankreich fürchtete einen Frieden in Deutschland, und sucht Schweden als Bündnispartner, um die Vorherrschaft der Habsburger in Europa zu brechen. In Deutschland befinden sich auch nach dem Tod von Gustav Adolf noch zahlreiche schwedische Truppen. Der Katholik Richelieu, der zuvor noch im eigenen Lande einen erbitterten Kampf gegen die protestantischen Hugenotten geführt hatte, versucht sich in neuen Allianzen mit dem protestantischen Schweden. Mit dabei sind auch Verbündete aus Holland und deutsche Fürsten, die sich vom Kaiser gegängelt fühlten. Gegner Richelieus sind die Habsburger und die Spanier. In den verqueren Bündnissen geht letztlich sämtliche Orientierung verloren. Reguläre Streitkräfte wie abgesprengte Truppenteile ziehen mordend und plündernd durch Europa und verwüsten die letzten Lebensgrundlagen der Menschen. Der Krieg nährt den Krieg. Erst 1638 einigen sich in Hamburg die Schweden und Franzosen auf eine gemeinsame Linie gegen den Kaiser. Die letzte große Schlacht findet 1642 noch einmal in Breitenfeld statt, wo ein schwedisches Heer gegen die Truppen des Kaisers siegt. Die Mitte Europas ist nun ein Trümmerfeld. Ab 1643 treffen sich Deutsche, Franzosen und Schweden zu Verhandlungen in Münster und Osnabrück. Die sinnlosen Kämpfe, begleitet von Seuchen, Plünderungen und Brandstiftungen gehen währenddessen immer noch weiter.

Der Westfälische Frieden

Die Verfassungsänderungen im Reich

Nicht nur die Herrschaftsfragen, sondern auch verfassungsrechtliche Angelegenheiten wurden im Westfälischen Frieden neu geordnet. Die Reichsstände erhielten volle Mitbestimmung in allen Reichsangelegenheiten, bei gleichzeitiger Landeshoheit in geistlichen und weltlichen Dingen. Sie durften Bündnisse mit ausländischen Mächten eingehen, wenn diese nicht gegen Kaiser und Reich gerichtet waren.

Die Verhandlungen beginnen 1644 unter schwierigsten Umständen. Die Parteien können sich nicht einmal auf einen gemeinsamen Ort festlegen. Schweden und Dänen kommen nach Osnabrück, Franzosen und Deutsche nach Münster. Während der Verhandlungen wird außerhalb der beiden Städte weitergekämpft. Am 24. Oktober 1648 wird schließlich der Westfälische Friede unterzeichnet und in einem großen Zeremoniell gefeiert. Die Neuordnung Europas hat auf allen Ebenen begonnen. Der Augsburger Religionsfrieden wird wiederhergestellt, diesmal unter Einbeziehung der Calvinisten. Die Protestanten erhalten Besitzungen zurück. Schweden erwirbt Vorpommern mit Stettin, Wismar, die Herzogtümer Bremen (ohne die Stadt Bremen) und Verden und wird mit den deutschen Besatzungen Teil zum Teil des Reiches. Frankreich erhält zuvor österreichische Gebiete im Elsass und bekommt die Hoheit über Toule, Metz und Verdun anerkannt. Bayern behält die Oberpfalz. Brandenburg erhält Hinterpommern mit Kamin, Halberstadt, Minden und die Anwartschaft auf Magdeburg.

Der 30-jährige Krieg - Kursende