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Gustav Adolf II. von Schweden greift
nicht anders in den Konflikt ein, wie einst sein Rivale Christian IV.
Er benutzt die Religion als Vorwand, um seine eigene Machtposition
auszubauen, und er versucht, die Habsburger von der Ostsee
zurückzudrängen. Die schwedische Invasion beginnt am
4.
Juli 1630 auf der Insel Usedom. Von dort aus geht es
in Richtung Magdeburg, das später von der katholischen Seite
wieder in blutiger Weise zurückgewonnen wird. Zu spät
trifft der Schwede der Elbe ein, Tillys Truppen hatten die einst
blühende Stadt in Schutt und Asche gelegt. Erst in der ersten
Schlacht bei Breitenfeld, nördlich vor den Toren
Leipzigs, wendet sich
das Blatt zu Gunsten von Gustav Adolf II. Er trifft am 17.
September 1631 mit 47.000
Männern auf das Heer von Tilly mit 40.000 Soldaten. Die
Schweden haben eine Überlegenheit an Geschützen und
zersprengen die kaiserlichen Truppen. Der verwundete Tilly
schleppt sich nach Halle. Er hat über 12.000 Mann und alle
seine Kanonen verloren. Gustav
Adolf startet einen Triumphzug durch
Deutschland und lässt sich als christlicher Retter feiern,
natürlich in protestantischer Auslegung. Ein
Gedenkstein erinnert an das Scharmützel:
"Glaubensfreiheit für die Welt
rettete bei Breitenfeld,
Gustav Adolf, Christ und Held"
Das protestantische Schweden erhält finanzielle Zuwendungen des katholischen Kardinals Richelieu, der jenseits aller Glaubensfragen eine Politik der französischen Hegemonie verfolgt. Die Schweden erobern Mainz, Würzburg, Augsburg und im Mai 1632 München. Der unglückliche protestantische Kurfürst Friedrich V., der damals in Böhmen von den Kaiserlichen abgesetzt und als kurzlebiger "Winterkönig" verhöhnt worden war, wohnt dem Einmarsch Gustav Adolfs in München bei. Die katholische Seite ist so sehr in Bedrängnis, dass sie jeden Strohhalm ergreift. In seiner Not setzt Kaiser Ferdinand II. den zuvor aus dem Amt gejagten Wallenstein wieder mit allen Vollmachten ein, und erneut kann dieser ein großes Heer organisieren. 1632 wird bei Lützen eine erbitterte Schlacht geführt, die auf beiden Seiten mit herben Verlusten endet. Nicht nur etwa jeder vierte Soldat muss mit dem Leben bezahlen, auch der schwedische Anführer findet den Tod. Gustav Adolfs Leiche wird ausgeraubt aufgefunden.
1633 formiert sich der "Heilbronner Bund" unter der Führung des Schwedischen Reichskanzlers Oxenstierna. Ziel ist die schwedische Hegemonie über Deutschland. Doch die Pläne zur Zerschlagung Deutschlands scheitern, alle Seiten sind noch einmal in sich gespalten. 1634 darauf wird Wallenstein im böhmischen Eger im Februar 1634 von bezahlten Mördern aus den eigenen Reihen niedergestochen - Kaiser Ferdinand II. hatte ihm nie wirklich vertraut. Nachdem mit Wallenstein, Tilly und Gustav Adolf die drei wichtigsten Feldherren getötet sind, keimt für kurze Zeit Hoffnung in Europa auf. Nach einigen kleineren Gefechten einigt man sich am 6.9.1634 zum Frieden von Prag. Dabei wird das von Ferdinand erlassene Restitutionsedikt von 1929, das der katholischen Seite den Zugriff auf protestantischen Besitz ermöglichte, wieder aufgehoben. Ein Kriegsgrund war damit weggefallen. Doch die Kämpfe gingen trotzdem weiter. Am Vertrag sind, wie schon beim Augsburger Religionsfrieden von 1555, nicht alle protestantischen Gruppen beteiligt. Einige württembergische, calvinistische Gebiete treten nicht bei. Zudem wird aus Frankreich neue Unruhe geschürt. Längst ging es nicht mehr um Religion, sondern um die Vorherrschaft in Europa. Der sinnlose Krieg dauert weitere Jahre.