GESCHICHTE
TEIL 3

VON 5
Der 30-jährige Krieg (3): Der Niedersächsisch-Dänische Krieg
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Die Machterweiterung der Habsburger

Zeittafel

Im Norden versucht Christian IV. von Dänemark, sich in Deutschland eine Basis für den Streit mit Schweden zu verschaffen. Ihm geht es weniger um religiöse Angelegenheiten, als um die Ausschaltung eines Konkurrenten um die Vorherrschaft im Ostseeraum. Als Folge müssen Kaiser Ferdinand II. und die katholische Liga an mehreren Fronten gleichzeitig kämpfen. Dies ist die Stunde des böhmischen, aber in frühen Jahren zum Katholizismus konvertierten Feldherrn Albrecht von Wallenstein.
Er hat es geschafft, ein Heer aus über 40.000 Männern auszuheben, die er dem Kaiser und der Liga zur Verstärkung anbietet. Das Heer besteht größtenteils aus Söldnern. Diese Menschen hatten in den Nöten der letzten Jahrzehnte keinen Platz in der Gesellschaft gefunden und verdingten sich in Hoffnung auf Kriegsbeute jedem, der sich anbietet. Der religiöse Aspekt ist auch hier nur Mittel zum Zweck, denn es geht dem Anführer um die Macht und dem Soldaten um die Existenz. Ferdinand II. macht Wallenstein zum Oberbefehlshaber sämtlicher kaiserlicher Truppen. Wallenstein und Tilly marschieren nach vielen erfolgreichen Kämpfen nach Norddeutschland und besiegen Christian IV. in der Schlacht bei Lutter am Barenberg. Nachdem Christian sich zurückgezogen hat, ergeben sich auch die protestantischen Herzogtümer Braunschweig, Holstein, Mecklenburg und Pommern. Wallenstein vergrößert den Herrschaftsbereich der Habsburger. Der Kaiser versucht seine Macht zu stabilisieren und dreht das Rad zurück. Er verfügt die Übergabe von Kirchenbesitz, der nach dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 den Protestanten garantiert war. 

Wallensteins Aufstieg und Fall

Ferdinand II.
Gustav Adolf von Schweden
Graf von Tilly
Wallenstein

Wallenstein bietet dem Kaiser an, eine Armee auf eigene Kosten aufzustellen. Zusätzlich gewährt er ihm ein üppiges Darlehen von 900.000 Goldgulden. Als Gegenleistung fordert er vom Kaiser immer mehr Macht. Ferdinand II. willigt ein und macht Wallenstein zum General des Baltischen Meeres und zum Herzog von Friedland. Doch seine Zugeständnisse bezahlt der Kaiser mit Unzufriedenheit in den eigenen katholischen Reihen. Rechtsbrüche von kaiserlicher Seite verstärken die Kritik. Die Kurfürsten wehren sich gegen die allzu starke Macht der Habsburger, und sogar der eng verbündete Maximilian I. von Bayern distanziert sich von Ferdinands Politik. Wallenstein, der dem Kaiser einst zu großer Machtfülle verholfen hat, gerät nun in Ungnade. Um die Gunst der Reichfürsten nicht zu verlieren, schickt ihn der Kaiser in die Wüste. Und das just in dem Moment, als ein neuer Feind vor den Toren steht: Gustav Adolf von Schweden.

Morgen bei aphilia: Die Invasion der Schweden