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Im Norden versucht Christian IV. von
Dänemark, sich in Deutschland eine Basis für
den Streit mit Schweden zu verschaffen. Ihm geht es weniger um
religiöse Angelegenheiten, als um die Ausschaltung eines
Konkurrenten um die Vorherrschaft im Ostseeraum. Als Folge
müssen Kaiser Ferdinand II. und die katholische Liga an
mehreren Fronten
gleichzeitig kämpfen. Dies ist die Stunde des
böhmischen, aber in frühen Jahren zum Katholizismus
konvertierten Feldherrn Albrecht von
Wallenstein.
Er hat es geschafft, ein Heer aus über 40.000
Männern auszuheben, die er dem Kaiser und der Liga zur
Verstärkung anbietet. Das Heer besteht
größtenteils aus Söldnern.
Diese Menschen hatten in den Nöten der letzten Jahrzehnte
keinen Platz in der Gesellschaft gefunden und verdingten sich in
Hoffnung auf Kriegsbeute jedem, der sich anbietet. Der
religiöse Aspekt ist auch hier nur Mittel zum Zweck, denn es
geht dem Anführer um die Macht und dem Soldaten um die
Existenz.
Ferdinand II. macht Wallenstein zum Oberbefehlshaber
sämtlicher kaiserlicher Truppen. Wallenstein und Tilly
marschieren nach vielen erfolgreichen Kämpfen nach
Norddeutschland und besiegen Christian IV. in der Schlacht bei Lutter
am Barenberg. Nachdem Christian sich zurückgezogen hat,
ergeben sich auch die protestantischen Herzogtümer
Braunschweig, Holstein, Mecklenburg und Pommern.
Wallenstein vergrößert den
Herrschaftsbereich der Habsburger. Der Kaiser versucht seine Macht
zu stabilisieren und dreht das Rad zurück. Er verfügt
die Übergabe von Kirchenbesitz, der nach dem
Augsburger
Religionsfrieden von 1555 den Protestanten garantiert war.
Wallenstein bietet dem Kaiser an, eine Armee auf eigene Kosten aufzustellen. Zusätzlich gewährt er ihm ein üppiges Darlehen von 900.000 Goldgulden. Als Gegenleistung fordert er vom Kaiser immer mehr Macht. Ferdinand II. willigt ein und macht Wallenstein zum General des Baltischen Meeres und zum Herzog von Friedland. Doch seine Zugeständnisse bezahlt der Kaiser mit Unzufriedenheit in den eigenen katholischen Reihen. Rechtsbrüche von kaiserlicher Seite verstärken die Kritik. Die Kurfürsten wehren sich gegen die allzu starke Macht der Habsburger, und sogar der eng verbündete Maximilian I. von Bayern distanziert sich von Ferdinands Politik. Wallenstein, der dem Kaiser einst zu großer Machtfülle verholfen hat, gerät nun in Ungnade. Um die Gunst der Reichfürsten nicht zu verlieren, schickt ihn der Kaiser in die Wüste. Und das just in dem Moment, als ein neuer Feind vor den Toren steht: Gustav Adolf von Schweden.