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Nach die Absetzung von Kaiser
Ferdinand dem
II. und der Wahlannahme von Friedrich dem V. in Böhmen
führt der regionale Aufstand zu Konflikten im
gesamten Reich. Auf
der einen Seite stehen Friedrich, Teile der protestantischen
Union, die calvinistischen Niederlande und die evangelischen
Stände innerhalb des Habsburgischen Machtbereichs.
Auf der
anderen Seite befindet sich der Kaiser mit Unterstützung von
Herzog Maximilian von Bayern
und der katholische Liga samt ihrer Verbündeten
zählen. Dabei steht die Unterstützung auf
protestantischer Seite nicht weniger geschlossen. Bei der
Schlacht am weißen Berg kommt es zum ersten großen
Zusammenprall der Konfliktparteien.
Am 20. November 1620 zieht das katholische Heer von 28.000 Mann unter der Führung des Grafen von Tilly gegen das protestantische Prag. Das böhmische Ständeheer hat zwar nur 21.000 Mann aufzubieten, doch es besetzt strategisch günstig einen Bergrücken, was die Unterzahl durchaus wettmachen kann. Aber durch einen überraschenden Sturmangriff schafft Tilly Verwirrung im gegnerischen Lager und geht siegreich hervor. Nach der militärischen Auseinandersetzung werden zahlreiche Anführer und Unterstützer der böhmischen Seite inhaftiert. Auf dem Marktplatz von Prag werden 27 Standesherren hingerichtet. Danach startet Tilly neue Offensiven und kann in Wimpfen am Neckar, Höchst bei Frankfurt und Stadtlohn im Münsterland weitere Siege erringen. Seine Truppen erhalten dabei finanzielle Unterstützung und Soldatenkontingente aus den von Spanien besetzten Niederlanden und Italien.

Kurfürst Friedrich der V.
war gleich nach seiner Wahl von der kaiserlichen Propaganda
als "Winterkönig" tituliert
worden, in Anlehnung an eine wohl kurze Herrschaftszeit, was nun auch
eingetreten ist. Nach der verlorenen Schlacht wir über
Friedrich abgesetzt und die Reichsacht über ihn
verhängt. Böhmen fällt an Herzog Maximilian
von Bayern. Kaiser Ferdinand II. belässt es
nicht bei seinen Aktivitäten in Böhmen, er will dem
Protestantismus nun auch in Österreich den Garaus machen und
beginnt mit einer zwangsweisen Rekatholisierung. Teile der
österreichischen Protestanten flüchten,
aber auch in den protestantischen Gebieten Deutschlands wird es
unruhig. Die Militärmaschine ist ins Rollen geraten, die
Heere wollen unterhalten und bezahlt werden. Ein gängiges
Zahlungsmittel ist es zu dieser Zeit, den Soldaten eine unterlegene
Stadt drei Tage zum Plündern freizugeben. Der Krieg
nährt den Krieg, und im Norden zeichnet sich
ein weiterer Konfliktherd ab. Der dänische
König Christian IV. strebt nach einem Bündnis mit den
protestantischen Fürsten in
Norddeutschland.