GESCHICHTE
TEIL 2

VON 5
Der 30-jährige Krieg (2): Der Böhmisch-Pfälzische Krieg
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Vom Bürgerkrieg zum Reichskonflikt

General Tilly

Nach die Absetzung von Kaiser Ferdinand dem II. und der Wahlannahme von Friedrich dem V. in Böhmen führt der regionale Aufstand zu  Konflikten im gesamten Reich. Auf der einen Seite stehen Friedrich, Teile der protestantischen Union, die calvinistischen Niederlande und die evangelischen Stände innerhalb des Habsburgischen Machtbereichs.
Auf der anderen Seite befindet sich der Kaiser mit Unterstützung von Herzog Maximilian von Bayern und der katholische Liga samt ihrer Verbündeten zählen. Dabei steht die Unterstützung auf protestantischer Seite nicht weniger geschlossen. Bei der Schlacht am weißen Berg kommt es zum ersten großen Zusammenprall der Konfliktparteien. 

Die Schlacht am Weißen Berg

Ferdinand II.
Graf von Tilly

Am 20. November 1620 zieht das katholische Heer von 28.000 Mann unter der Führung des Grafen von Tilly gegen das protestantische Prag. Das böhmische Ständeheer hat zwar nur 21.000 Mann aufzubieten, doch es besetzt strategisch günstig einen Bergrücken, was die Unterzahl durchaus wettmachen kann. Aber durch einen überraschenden Sturmangriff schafft Tilly Verwirrung im gegnerischen Lager und geht siegreich hervor. Nach der militärischen Auseinandersetzung werden zahlreiche Anführer und Unterstützer der böhmischen Seite inhaftiert. Auf dem Marktplatz von Prag werden 27 Standesherren hingerichtet. Danach startet Tilly neue Offensiven und kann in Wimpfen am Neckar, Höchst bei Frankfurt und Stadtlohn im Münsterland weitere Siege erringen. Seine Truppen erhalten dabei finanzielle Unterstützung und Soldatenkontingente aus den von Spanien besetzten Niederlanden und Italien.

Der Winterkönig

Kurfürst Friedrich der V. war gleich nach seiner Wahl von der kaiserlichen Propaganda als "Winterkönig" tituliert worden, in Anlehnung an eine wohl kurze Herrschaftszeit, was nun auch eingetreten ist. Nach der verlorenen Schlacht wir über Friedrich abgesetzt und die Reichsacht über ihn verhängt. Böhmen fällt an Herzog Maximilian von Bayern. Kaiser Ferdinand II. belässt es nicht bei seinen Aktivitäten in Böhmen, er will dem Protestantismus nun auch in Österreich den Garaus machen und beginnt mit einer zwangsweisen Rekatholisierung. Teile der österreichischen Protestanten flüchten, aber auch in den protestantischen Gebieten Deutschlands wird es unruhig. Die Militärmaschine ist ins Rollen geraten, die Heere wollen unterhalten und bezahlt werden. Ein gängiges Zahlungsmittel ist es zu dieser Zeit, den Soldaten eine unterlegene Stadt drei Tage zum Plündern freizugeben. Der Krieg nährt den Krieg, und im Norden zeichnet sich ein weiterer Konfliktherd ab. Der dänische König Christian IV. strebt nach einem Bündnis mit den protestantischen Fürsten in Norddeutschland.  

Morgen bei aphilia: Der Niedersächsisch-Dänische Krieg