ASTRONOMIE
TEIL 8

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Unser Sonnensystem: Der Uranus
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Uranus, der siebte Planet unseres Sonnensystems

Uranus
Der Uranus: Bild der NASA in farbverstärkter Darstellung

Der Uranus, der siebte Planet unseres Sonnensystems, ist mit dem bloßem Auge nur unter sehr günstigen Verhältnissen sichtbar. Wer hier Erfolg haben möchte, braucht schon etwas Übung im Aufsuchen von Himmelskörpern. Beste Bobachtungszeit ist im Sommer nach Mitternacht. Da der Planet nicht sehr hoch über dem Horizont steht, haben es daher die Astronomen in den etwas südlicheren Breiten einfacher. Die Entfernung zwischen ihm und dem sechsten Planeten Saturn beträgt rund 10 Astronomische Einheiten, dies ist die gleich Distanz wie zwischen Sonne und Saturn. Für eine einzige Umkreisung der Sonne lässt sich der ferne Uranus ganze 84 Erdenjahre Zeit.
Lange wurde er für einen Fixstern gehalten, und erst im Jahre 1783 vom deutsch-britischen Astronomen und Oboisten (!) Wilhelm Herschel als Planet klassifiziert. Herschel war bis dato Amateurastronom und Profimusiker, doch nach seiner Entdeckung kehrten sich seine Prioritäten um. Er verbrachte noch mehr Zeit damit, neue und bessere Teleskope zu konstruieren. Als Reminiszenz benannte die europäische Weltraumagentur ESA das im Mai 2009 gestartete Weltraumteleskop nach ihm. Für uns zeigt sich der Saturn mit einem gewöhnlichen Teleskop als eine grün bis blau gefärbten Kugel mit abgeflachten Polen. Details sind dabei leider nicht zu erkennen.

Kern und Atmosphäre

Uranus in Zahlen

Der Uranus ist von ähnlicher Zusammensetzung wie die Gasriesen Jupiter und Saturn. Da sich in seinem Inneren ein hoher Anteil von Materialien mit einer eisähnlichen Konsistenz befindet, wird er auch als Eisriese bezeichnet. Durch Acetylenanteile ist die Atmosphäre des Uranus dunstig und versperrt den Blick auch für die professionelle Astronomie. Oberflächendetails des Planeten sind schwer auszumachen und bleiben eine Herausforderung für die Teleskopie. Die Aufnahme oben stammt von der Sonde Voyager2 vom 20. Januar 1986. Das Bild wurde nachträglich farbverstärkt, um zumindest die abgeflachten Pole erkennbar zu machen.

Das Ringsystem und die Monde des Uranus

Uranus-Mond Titania
Der Uranusmond Titania. Bild der NASA
in farbverstärkter Darstellung

Das Ringsystem des Uranus wurde erst 1977 ausfindig gemacht. Es besteht aus einer Ansammlung von kleineren Körpern und Teilchen, die den Mutterplaneten in Rotationsrichtung umkreisen. Das Ringsystem ist konzentrisch angelegt, und immer wieder neue Ringe werden heute vom Weltraumteleskop Hubble entdeckt.
Die Sonde Voyager2 flog 1986 flog sie am Uranus vorbei und lieferte Aufnahmen vom Planeten und seinen Monden. Die Hauptmonde heißen Ariel, Belinda, Miranda, Oberon und Titania. Die eigentümlich klingenden Namen der Uranusmonde entstammen zumeist den Figuren von William Shakespeare.  
Das Bild rechts zeigt den Mond Titania, ebenfalls in einer farbverstärkten Darstellung. Titania hat einen Durchmesser von 1578 km. Zum Vergleich: Der Mond der Erde misst 3476 km. Geologisch besonders interessant, wenn auch nicht so hübsch anzusehen wie Titania, ist Miranda, der kleinste der fünf Hauptmonde. Seine sehr stark zerklüftete Oberfläche wurde möglicherweise durch einen Zusammenstoß mit anderen Himmelkörpern verursacht.
Die beiden 1977 gestarteten Voyagersonden befinden sich heute im 31. Dienstjahr und senden noch immer Signale: Voyager1 ist dabei schon über 100 AE, Voyager2 über 80 AE von der Sonne entfernt (AE steht für Astronomische Einheit und entspricht der Distanz Erde-Sonne). 

Morgen bei aphilia: Der Neptun