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Von der Sonne nach außen betrachtet gibt es mit Merkur, Venus, Erde und Mars vier terrestrische, sprich erdähnliche Planeten. Sie bestehen aus einer festen Oberfläche, sind also - auch wenn dies in der Praxis bisher nur auf der Erde erprobt wurde - alle begehbar. Seinen Namen hat unser Nachbarplanet vom römischen Kriegsgott. Seine rötlichen Farbe verdankt er aber nicht den kriegerischen Handlungen der dort vermuteten grünen Männchen, sondern seiner chemischen Zusammensetzung. Im Inneren besteht er aus Eisen und Eisensulfid, und die Kruste hat einen hohen Anteil an Eisenoxid, was die Färbung verursacht. Seine Umlaufbahn verläuft etwas elliptischer als die der Erde. Wer sich auf dem Mars befindet, kommt in den Genuss der doppelten Mondauf- und Untergänge, denn der Planet verfügt über zwei kleine Monde mit den etwas unbehaglichen Namen Phobos (griech. = Furcht) und Deimos (griech. = Schrecken). Die beiden unförmigen Monde wurden erst im Jahre 1877 entdeckt. Zum Mars hat die Menschheit ein ganz besonderes Verhältnis. Als man gegen Ende des 19. Jahrhunderts feine Linien auf dem Planeten entdeckte, wurde vermutet, dass dort Außerirdische Kanäle gebaut hätten. In der Euphorie des irdischen Kanalbaus bei Suez hatte man ähnliche Tätigkeiten auch anderswo vermutet. Zudem sorgten Invasoren vom Mars in der Science-Fiction-Literatur, im Hörspiel und im Film immer wieder für Aufsehen. Der 1898 von H.G. Wells veröffentlichte Roman Krieg der Welten wurde 1938 von seinem Namensvetter H.G. Wells als Hörspiel in Form einer Reportage inszeniert und löste bei vielen Hörern in New York und New Jersey reale Ängste aus. Der US-amerikanische Regisseur William Cameron Menzies versetzte 1953 die Erdbewohner mit seiner Invasion vom Mars in Schrecken. Ein gleichnamiges Remake kam 1986 in die Kinos. Wie sieht es aber nun wirlich auf dem roten Planeten aus?
Wer ein Teleskop auf den Mars richtet, erblickt dort eine interessante Oberfläche. Es existieren zwar keine künstlichen Marskanäle, dafür aber Canyons mit einer Länge von bis zu 4 Kilometern und einer Tiefe bis zu 7 Kilometern. Daneben erheben sich gigantische Gebirge, die unsere irdischen Gipfel im Vergleich zu Hügel degradieren. Bis 24 Kilometern Höhe ragen die Marsgipfel über die trockene Marsoberfläche. Durch die Viking-Sonden und den Mars-Pathfinder konnten umfangreiche Bodenanalysen durchgeführt werden. Auf der Oberfläche des roten Planeten sind Silicium, Magnesium, Calcium, Eisen, Titan, Aluminium und Chlor vorhanden.
Die Atmosphäre des Mars ist im Vergleich zur Erde sehr dünn. Zu 95 Prozent besteht sie aus Kohlendioxid. Restliche Anteile sind Stickstoff, Argon, Sauerstoff, Kohlenmonoxid und Wasserdampf. Die mittlere Temperatur beträgt etwa minus 55 Grad Celsius. Im Winter können es allerdings durchaus minus 130 Grad werden, angenehm ist es bei 27 Grad auf der Tagseite und im Sommer. Wie auf der Erde gibt es gewisse Luftdruckschwankungen, der Mars hat also keine exakt voraussagbaren Temperaturen, sondern unterschiedliche Wetterlagen.
Die Missionen zum Mars
begannen mit Vorbeiflügen, Umläufen und
Fehlschlägen. 1964 kam die
US-Sonde Mariner4 auf 9844 km an den roten
Planeten heran und sendete
Bilder der Oberfläche. Die Sowjetunion landete 1971 mit den
Sonden Mars2 und Mars3.
Mars2 wurde sofort bei der Landung
zerstört, Mars3 überlebte nur wenige Sekunden. Einen
Durchbruch erzielte die NASA mit ihren 1975 auf der Erde gestarteten
und 1976 auf dem Mars gelandeten Viking -
Sonden. Die Landemodule
erwiesen sich als sehr robust und sendeten bis in die frühen
80er-Jahre Bilder und Informationen.
Am 4. Juli 1997 setzte die Sonde Pathfinder
mit dem Sojourner das erste Fahrzeug
auf der
Marsoberfläche ab.
Bis
September 1997 wurden Erkundungen durchgeführt, dann versagte
das
Gefährt angesichtes der extremen Verkehrsbedingungen seinen
Dienst. Der Marsrover Opportunity landete
2004 auf dem Mars und er
verrichtet immer noch seinen Dienst. Die NASA - Raumsonde Phoenix
landete am 25. Mai 2008 auf unserem Nachbarplaneten. Forschungsziel ist
die Gewinnung von Erkenntnissen über die Entwicklung der
Eisschicht, denn möglicherweise erhält sie
Spuren von
Leben.
Für das Jahr 2009 plant die NASA eine Mission
für das Mars
Science Laboratory. Das Laboratorium kann sich im
Unterschied zur Phoenix - Einheit auf Rädern
fortbewegen. Im
zweiten
Jahrzehnt des jungen Jahrtausends sollen bei Mars
Sample Return Missions
Gesteinsproben zur Erde gebracht werden. Ziel der
nächsten russischen Mission ist nicht der Mars selbst, sondern
sein Mond Phobos. Das Ziel ist auch hierbei die Beschaffung
von
Gesteinsproben und der Transport zu einem Labor auf der Erde.