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Dieser Nachbarplanet ist nach der griechischen Liebesgöttin Aphrodite (lat. Venus) benannt. Sie entstammt aus den Blutstropfen, die in das Meer fielen, als der Titan Kronos seinen Vater Uranos durch einen Sichelhieb entmannte. Die Venus ist nach der Sonne und dem Mond der dritthellste Himmelskörper. Oft wird sie mit einem Stern verwechselt. Morgenstern und Abendstern sind zwei gängige Umschreibungen. Doch tatsächlich ist die Venus kein Stern, sondern ein terrestrischer, also aus Stein geformter und um die Sonne rotierender Planet. Mit einem Durchmesser von 12.000 Kilometern ist sie der Erde recht ähnlich, und auch Masse, Dichte und chemische Zusammensetzung weisen einige Parallelen auf. Ihre Umlaufbahn um die Sonne ist nahezu kreisförmig.
Auf der Oberfläche unseres Schwesterplaneten
Venus gibt es viel zu entdecken. Mächtige Lavaströme
und
aktive Vulkane ergießen sich in ausgedehnte Gräbensysteme.
Meteoriten haben über
1000
Einschlagskrater hinterlassen. Der größte unter ihnen,
der Mead-Krater, misst einen Durchmesser von 280 Kilometern.
Charkteristisch für die Venus sind die in der
Äquatorialzone häufig auftretenden "Arachnoiden" (lat.
Spinnen). Sie sehen aus wie eingestürzte Vulkane. Eher nach oben
ausgebildete vulkanähnliche Formen werden Coronae (lat. Kronen)
genannt.
Im Gegensatz zum Merkur besitzt die
Venus eine
Atmosphäre. Sie besteht hauptsächlich aus Kohlendioxid und
Schwefelsäurewolken. Daneben konnten Stickstoff,
Edelgase
wie Argon und Neon sowie etwas Wasserdampf nachgewiesen werden. Durch eine Reihe von Sonden
wurde die Venus recht gut kartographiert, in den 90er-Jahren
durch die Sonden Magellan, Galileo und Cassini-Huygens.
Die
europäische Sonde Venus-Express erreichte 2006 die Umlaufbahn
des
Planeten und liefert seither umfangreiches Bild- und Datenmaterial.
Gesteuert wird die Mission vom Kontrollzentrum der ESA in Darmstadt.
Erstaunlicherweise gibt es auch große Parallelen zwischen
Venus
und Mars, was Auswertungen der Schwestersonde Mars-Express
bestätigen. Die NASA plant im Rahmen ihres
New-Horizons-Programms
eine neue Sonde, die möglicherweise die Venus als Ziel hat.
Die
Messengersonde, unterwegs zum Planeten Merkur flog im Jahre 2007 mit
einer Distanz von 337 Kilometern ziemlich nahe an der Venus vorbei.