ASTRONOMIE
TEIL 2

VON 10
Unser Sonnensystem: Der Merkur
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Der Planet Merkur

Merkur
Der Merkur, aufgenommen von der Sonde Messenger im Januar 2008
Foto: NASA

Die Existenz des Planeten ist den Astronomen schon seit über 4000 Jahren bekannt. Da der Merkur unserer Sonne am nächsten steht und von ihrer Helligkeit überragt wird, ist er aber mit bloßem Auge eher schwierig aufzufinden. Doch nicht nur der Laie, auch die astronomische Wissenschaft verfügt über relativ wenige Informationen. Die Raumsonde Mariner 10 kam ihm 1974 und 1975 nahe. Im Januar 2008 sendete der Messenger ungefähr 1200 Bilder bei einem Vorbeiflug. Erst 2011 wird die Sonde Messenger in seine Umlaufbahn gelangen und den Merkur vollständig kartographieren. 

Der Merkur ist, nachdem der Pluto 2006 seinen Planetenstatus eingebüßt hat, nun der kleinste Planet in unserem Sonnensystem. Zusammen mit Erde, Mars und Venus gehört er zu den terrestrischen, also theoretisch begehbaren Planeten. Aufgrund seiner geringen Masse hat er aber keine Atmosphärenschicht, was das Leben neben den unwirtlichen Temperaturen von 425 Grad Celsius auf der Tag - und minus 170 Grad Celsius auf der Nachtseite zusätzlich erschweren würde. Der Merkur dreht sich innerhalb von zwei Sonnenumläufen dreimal um die eigene Achse und wendet der Sonne dabei immer die selbe Seite zu. Der sonnennähste Punkt seiner stark elliptischen Bahn liegt bei einer Distanz von 46 Millionen Kilometern.

Die rauhe Oberfläche des Merkur

Die Oberfläche des Merkur weist gewisse Ähnlichkeiten mit unserem Erdmond auf. Es gibt sowohl riesige Gebirgsketten wie auch gewaltige Krater, die von Meteoriteneinschlägen stammen. Das größte bekannte Becken heißt Caloris Planitia ("Hitze-Ebene"), da es sich an einem sonnennahen Punkt befindet. Es hat einen Durchmesser von 1550 Kilometern und stammt wahrscheinlich von einem Aufprall eines Himmelskörpers mit einem Durchmesser von über 100 Kilometern. 

Merkur in Zahlen

Die Berge um Caloris Planitia haben eine Höhe von 2-3 Kilometern, was absolut betrachtet nicht besonders hoch erscheint, angesichts der geringen Gesamtgröße eines Planeten mit nur einem Zwanzigstel der Erdmasse aber doch beachtlich ist. Der Merkur wirkt sehr roh und zerknautscht. Es wird angenommen, dass viel der Einschläge zu einer frühen Lebensphase stattfand, als der Planet noch heiß und formbar war. An den Polen gibt es vermutlich eine kleinere Menge von Eis. Von der Sonde Mariner 10 wurde dies zwar nicht nachgewiesen, Anhaltspunkte liefern aber Ergebnisse von Radioteleskopuntersuchungen. Diese Hypothese lässt sich eventuell ab 2011 bestätigen, wenn die 2004 gestartete Messenger - Sonde in den Orbit des Planeten einschwenkt.

Morgen bei aphilia: Die Venus