ASTROLOGIE

Die Astrologie als Mutter der Astronomie

Die Astrologie (Sterndeutung) ist weitaus älter als die Astronomie (Sternkunde). Sie geht davon aus, dass die Position der Himmelskörper im Augenblick der Geburt eines Menschen auch sein Schicksal bestimmt. Astrologen teilen die Ekliptik (Bahn der Erde um die Sonne) in zwölf Abschnitte ein, die sogenannten Tierkreiszeichen: Widder, Stier, Zwilling, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann und Fische.

Man unterscheidet dabei die Tierkreiszeichen der Astrologen von den am Himmel sichtbaren astronomischen Sternbildern. Sie haben zwar den Namen und die Reihenfolge auf der Ekliptik gemeinsam, aber von einer exakten Entsprechung kann schon deshalb nicht gesprochen werden, da die Flächenausbreitung der Sternbilder sehr unterschiedlich ist.
Die Periode einer Erddrehung um die eigene Achse (24 Stunden) wird von den Astrologen zwölf "Häusern" oder "Feldern" zugeordnet, die existentielle Bereiche des menschlichen Lebens wie Ehe, Arbeit, Gesundheit und Tod darstellen.

Ihren Ursprung hat die Astrologie in den verschiedensten Hochkulturen: Babylon, China, Indien und die Maya bildeten unabhängig voneinander astrologische Lehren aus. In der griechischen Antike war es vor allem der Mathematiker und Mystiker Pythagoras, der sich dem Zusammenhang zwischen Himmelkörpern und irdischem Schicksal widmete.

Die Astrologie in Mittelalter und Neuzeit

Im Mittelalter war sogar die Medizin eng mit der Astrologie und Astronomie verbunden. Für einen Aderlass wurden z. B. bestimmte Phasen des Mondes als günstig oder ungünstig beschrieben. Eine schärfere Trennung zwischen Astronomie und Astrologie fand erst in der Neuzeit statt. Doch es gab und gibt immer wieder Verbindungen. Johannes Kepler (1571-1530), der als Naturwissenschaftler die elliptischen Bahnen der Planeten beschrieb, erstellte mit derselben Akribie auch Horoskope für die Feldzüge des Heerführers Wallenstein. Der Tiefenpsychologe C.G. Jung (1875-1961) brachte die Astrologie in seine Lehre der Archetypen (griech. Urtypen) ein.


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