ARCHÄOLOGIE
TEIL 1

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Das erste Weltwunder: Die Pyramiden von Gizeh
Pyramiden von Gizeh | Gärten der Semiramis | Zeusstatue von Olympia | Artemistemple von Ephesos | Mausoleum von Halikarnass | Koloss von Rhodos | Leuchtturm von Alexandria

Die drei großen Pyramiden

Die Pyramiden von Gizeh
Die Pyramiden von Gizeh

Vor ungefähr 4500 Jahren herrschten in Ägypten die Pharaonen Cheops, Chephren und Mykerinos. Ihre letzten Ruhestätten sind nicht nur das älteste, sondern auch das einzig erhaltene der sieben Weltwunder.
Die Cheopspyramide ist mit einer ursprünglichen Höhe von 146,6 Metern die größte und im Bild ganz rechts zu sehen. Die Chephrenpyramide in der Mitte wurde auf einem höheren Platz angelegt und wirkt deshalb aus der Ferne noch größer, tatsächlich maß sie aber ursprünglich 143,5 Meter. Links bildet die Mykerinos-Pyramiden mit einer Höhe von 62 Metern den Abschluss der großen drei Pyramiden.
Als Baumaterial diente der in Ägypten reichlich vorhandene Kalkstein. Für das Innere benutzte man gewöhnlichen Kalkstein vom westlichen Nilufer. Die Außenverkleidung war feinkörniger, der Stein hierfür wurde importiert. In späterer Zeit wurde die Verkleidung abgebrochen und als neues Baumaterial verwendet. Bis heute ist es rätselhaft, wie die tonnenschweren Steine aufgetürmt werden konnten. Nach den Ausführungen des griechischen Historikers Herodot arbeiteten ungefähr 100.000 Männer über einen Zeitraum von 20 Jahren.

Die Cheops-Pyramide

Die Cheops-Pyramide
Die Cheops-Pyramide

Die Grafik rechts zeigt einen Schnitt durch die Cheopspyramide. Der ursprüngliche Eingang (1) befand sich oberhalb des heutigen Eingangs (2). Nach etwa 30 Metern waren Blockiersteine (3) angebracht, um das Grab vor Räubern zu schützen. Von dieser Stelle gabelt sich der Weg zur unterirdischen Kammer (4) und zu einer weiteren Kreuzung (6). Etwa auf Grundhöhe befindet sich eine naturbelassene Grotte (5).
In der Königinnenkammer (7) wurde einst das Grab der Gattin des Pharaos vermutet, jedoch nicht gefunden. Die Galerie (8) führt zum größten Raum der Pyramide, der Königskammer.
Sie umfassst drei Abschnitte: Eine Vorkammer trennt sie von der Galerie. In der Hauptkammer befindet sich ein Sarkophag aus Granit. Er misst 98,7 x 105,1 x 227,6cm. Zu groß um die Gänge zur Kammer passieren zu können. Er muss also schon während des Pyramidenbaus dorthin transport werden sein. Auf dem Raum mit dem Sarkophag lastet ein gewaltiger Gesteinsdruck. Entlastungskammern oberhalb der Hauptkammer sorgen dafür, dass die Konstruktion nicht einstürzt. Die Funktion der Schächte, die von der Königskammer und der Königinnenkammer wegführen, ist bis heute nicht zweifelsfrei geklärt.

Die Pyramide als Grabmal oder astronomisches Observatorium ?

Cheops
Chephren
Herodot
Der Pyramidenroboter

Besonders rätselhaft ist die Tatsache, dass die Schächte der Königskammer bis nach außen dringen, die der Königinnenkammer sich aber im Gestein verlieren. Um der Sache auf den Grund zu gehen, konstruierte der deutsche Ingenieur Rudolf Gantenbrink den Roboter "Upuaut II.", der sich durch den Südschacht der Pyramide arbeitete. 65 Meter ging es voran, danach stieß er auf eine Blockierplatte. Diese wurde durchbohrt, doch die Kamera entdeckte dahinter eine weitere Platte. Die Untersuchungen wurden abgebrochen.

Zur Funktion der Pyramiden gibt es heute unterschiedliche Theorien. Vielleicht diente die Cheopspyramide gar nicht als Begräbnisstätte. Der Ingenieur Robert Bauval ist davon überzeugt, dass ihre Erbauer die Anordnung der Sterne des Himmels auf der Erde nachkonstruieren wollten. Im Sternbild des Orion, und zwar in der Anordnung der drei Sterne des Oriongürtels, erkennt er die kosmische Vorlage für die Lage der Pyramiden. Gegen die Festlegung als Grabkammer spricht auch ein System von Schächten, die von der Königskammer und der Königinnenkammer wegführen. Luftzufuhr ist dem Erhalt von Mumien eher abträglich. Möglicherweise dienten die Schächte den ägyptischen Astronomen als Hilfsmittel zur Himmelsbeobachtung. 

Die Pyramiden bildeten immer wieder eine Kulisse für Spekulationen aller Art. Arabische Quellen verweisen auf die Funktion der Pyramiden als Zufluchts- und Versammlungsort. Christliche Pilger des Mittelalters sahen in ihnen die Kornkammern Josefs für die "sieben mageren Jahre". Auch Herodot konnte sich dem Zauber der Pyramide wohl nicht entziehen. Ihm haben wir die Legende zu verdanken, dass Cheops sogar seine Tochter Henutsen zur Prostitution zwang, um das gewaltige Bauwerk finanzieren zu können. Das zweite Weltwunder: Die Gärten der Semiramis.

Zweites Weltwunder: Die Gärten der Semiramis