ARCHÄOLOGIE
Lektion

5 von 5
Der Stein von Rosetta (5): Die Geschichte Ägyptens 
Stein von Rosetta
Der Stein von Rosetta

Das Alte Reich - ca. 2700 v. Chr.

Über den Beginn des Alten Reiches gibt es unter den Ägyptologen verschiedene Ansichten. Gewöhnlich wird sie mit dem Pharao Djoser verbunden, der sich als erster Herrscher unter einer Pyramide begraben lässt. Die stufenförmig angelegte Djoser - Pyramide in Sakkara, 20 km südlich vom Kairo am linken Nilufer gelegen, gilt als die erste Pyramide Ägyptens überhaupt. Das Alte Reich ist auch die Zeit der Pharaonen Cheops und Chephren, und des Baus der großen Pyramiden in Gizeh (nahe dem heutigen Kairo). Die Pyramiden sind das älteste der Sieben Weltwunder - und sie haben die anderen sechs Monumente überlebt, die sämtlich einstürzten, zweckentfremdet wurden oder Erdbeben zum Opfer fielen. Das Alte Reich verfügt über Ärzte, Baumeister und Priester, Astronomen und Schreiber. Die ältesten Papyrusfunde (um 2700) stammen aus dem unterägyptischen Abusir. Der Zusammenbruch des Alten Reichs kam mit inneren Unruhen, die die Bauern (Fellachen) in den Krieg zwangen, während ihre Felder brach lagen und verwüstet wurden. Zwei mächtige Familien ringen daraufhin um die Oberherrschaft. Die Auseinandersetzung findet zwischen zwei Metropolen statt: Das südlich von Memphis gelegene Herakleopolis kämpft gegen das oberägyptische Theben. Theben erringt den Sieg, unterwirft Oberägypten und beherrscht nun das ganze Niltal. Eine neue Epoche beginnt.

Das Mittlere Reich - ca. 2010 v. Chr.   

Die ägyptischen Götter

Neben dem Sonnengott Re bilden  Isis und Osiris zentrale Figuren der ägyptischen Götterwelt. Osiris wird von seinem Bruder Seth ermordet und in den Nil geworfen. Seine Frau Isis ruht nicht eher, bis sie den Leichnam des Geliebten wiederfindet und dadurch seine Seele rettet. Die Sage macht Osiris zum Gott der Toten. Der Sohn von Isis und Osiris, der falkenköpfige Horus, wird zum Schutzgott der Monarchie.

Die Herrscher des Mittleren Reiches führen ihre regionale Gottheit Amun im ganzen Reich ein und verschmelzen sie mit dem altägyptischen Sonnengott Re. Dem neuen Amun-Re lassen sie prächtige Tempel errichten. Südwestlich von Memphis werden Sümpfe entwässert und zu fruchtbarem Ackerland gemacht.
Das Reich gedeiht. Um sich vor Einfällen aus dem Osten zu schützen, wird eine große Mauer errichtet. Doch das kriegerische Nomadenvolk der Hyksos überrennt Ägypten mit Streitwagen. Das Mittlere Reich gerät unter Fremdherrschaft. Doch mit der Erstürmung der von Avaris, der Hauptstadt der Hykos am östlichen Rande des Nildeltas, beginnt die Epoche des Neuen Reiches.

Das Neue Reich - ca. 1550 v. Chr.

Die ägyaptischen Pharaonen weiten ihre Herrschaft aus und erobern Palästina und Syrien im Nordosten und Nubien, den heutigen Sudan, im Süden. Von 1426 bis 1397 regiert Amenophis III. Beim oberägyptischen Theben (670 km südlich von Kairo) lässt er die Tempelbezirke in Luxor und Karnak ausbauen. Während seiner Amtszeit wird die Bevölkerung auf 10 Millionen Menschen geschätzt. Zu den berühmten Herrschern des Neuen Reiches gehört auch eine Frau, die um 1340 v. Chr. gestorbene Nofretete, Gemahlin des Pharaos Echnaton. Ihre Büste befindet sich zur Zeit im Alten Museum auf der Berliner Museumsinsel, ab 2009 wird sie in das Neue Museum wechseln. Von 1333 bis 1323 regiert Tutanchamun, dessen Totenmaske heute im ägyptischen Museum in Kairo zu bewundern ist. Sein Grabplatz ist das in der Nähe von Theben gelegene Tal der Könige. 
Baumeister, Handwerker und Künstler werden um 1250 von Ramses II. an den Königshof geholt, um vier 20 Meter hohe Statuen sitzender Pharaonen bei Abu Simbel in der Nähe des heutigen Assuan-Staudamms aus dem Fels schlagen. Es soll den Nubiern aus dem Süden die Macht der Pharaonen verdeutlichen. Das Reich verteidigt sich eine lange Zeit, auch gegen Einfälle aus dem Osten und dem Mittelmeerraum, schwächt sich dann aber unter Thronstreitigkeiten. Der Perserkönig Kambyses II. nützt schließlich diese Phase der Instabilität und zieht gegen Ägypten.

Die persische Zeit - 525 v. Chr. 

Alexander der Große
Julius Cäsar
Chephren
Cheops
Herodot
Kleopatra

Kambyses II. hatte seinen Feldzug sorgfältig geplant. Wie Herodot berichtet, überrumpelt er in der Schlacht bei Pelusion auf der Halbinsel Sinai die ägyptischen Grenztruppen und fällt dann in ganz Ägypten ein. Nach seinem Tod übernimmt sein Neffe Dareios I. den persischen Thron und plant die Verwirklichung eines persischen Großreiches. Gestoppt wird er in Griechenland durch Miltiades in der Schlacht bei Marathon 490 v. Chr. In Ägypten nimmt man dies als Signal und erhebt sich gegen Dareios. Dareios' Nachfolger Xerxes gelingt es jedoch, den Aufstand niederzuschlagen. Mit Unterbrechungen setzt sich die persische Herrschaft fort, bis ein ehrgeiziger Makedode mit Namen Alexander der Große die Weltbühne betritt.

Die ptolemäische Zeit - 333 v. Chr.

(1) Der Fund von Rosetta
(2) Hieroglyphen
(3) Pharaonen
(4) Ägyptologie
(5) Geschichte Ägyptens

Bei der Hafenstadt Issos, das sich an der heutigen türkischen Südküste befindet, besiegt Alexander den Persischen König Dareios III. Die persische Herrschaft ist damit geschwächt und Alexander verleibt sich ein riesiges Reich an, das nach seinem Tod im Jahr 323 in drei Monarchien zerfällt: Die Antigoniden herrschen in Makedonien, die Seleukiden in Kleinasien und die Ptolemäer in Ägypten. Für das Land am Nil beginnt eine Blütezeit, denn das neu gegründete und zur Hauptstadt erhobene Alexandria entwickelt sich zum wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Zentrum der Antiken Welt.
196 v. Chr, wird der Stein von Rosetta beschriftet. Er enthält ein Dekret von König Ptolemäus V., das der ägyptischen Priesterschaft poltitische Zugeständnisse gemacht. Um sein Gesicht zu wahren, werden gleichzeitig überschwängliche Lobreden auf Ptolemäus geschwungen. Die Propaganda soll die finanziellen Schwierigkeiten des Königs und die wirtschaftlichen Probleme seines Reiches hinwegtäuschen. Trotzdem hält sich die Dynastie noch gut anderthalb Jahrhunderte. Einen schweren Verlust für die Wissenschaft markiert das Jahr 47 v. Christus. Cäsars Legionen brennen die Bibliothek von Alexandria nieder, und ein großer Teil des geschriebenen Wissens der Zeit ist für immer vernichtet. Kleopatra, die letzte ptolemäische Herrscherin, begeht um 30 v. Chr. Selbstmord. Anschließend wird Ägypten zur römischen Provinz degradiert.

Stein von Rosetta (5): Geschichte Ägyptens