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Über den Beginn des Alten Reiches gibt es unter den
Ägyptologen verschiedene Ansichten. Gewöhnlich wird
sie mit dem Pharao Djoser verbunden, der sich als erster
Herrscher unter einer Pyramide begraben lässt. Die
stufenförmig
angelegte Djoser - Pyramide in Sakkara, 20 km südlich vom
Kairo
am linken Nilufer gelegen, gilt als die erste Pyramide
Ägyptens überhaupt. Das Alte Reich ist auch die Zeit
der
Pharaonen Cheops und Chephren, und des Baus der
großen Pyramiden in Gizeh (nahe dem heutigen Kairo). Die
Pyramiden sind das älteste der Sieben Weltwunder -
und sie haben die anderen sechs Monumente überlebt,
die sämtlich einstürzten, zweckentfremdet wurden oder
Erdbeben zum Opfer fielen. Das Alte Reich
verfügt über Ärzte, Baumeister und
Priester, Astronomen und Schreiber. Die
ältesten Papyrusfunde (um 2700)
stammen aus dem unterägyptischen Abusir. Der Zusammenbruch des Alten Reichs kam mit inneren Unruhen, die
die Bauern (Fellachen) in den Krieg zwangen, während ihre
Felder brach lagen und verwüstet wurden. Zwei
mächtige Familien ringen daraufhin um die Oberherrschaft. Die
Auseinandersetzung findet zwischen zwei Metropolen statt: Das
südlich von Memphis gelegene Herakleopolis kämpft
gegen das oberägyptische Theben. Theben erringt den Sieg,
unterwirft Oberägypten und beherrscht nun das ganze Niltal.
Eine neue Epoche beginnt.
Die Herrscher des Mittleren Reiches
führen ihre regionale Gottheit Amun im ganzen Reich ein und
verschmelzen sie mit dem altägyptischen Sonnengott Re. Dem
neuen Amun-Re lassen sie prächtige Tempel errichten.
Südwestlich von Memphis werden Sümpfe
entwässert und zu fruchtbarem Ackerland gemacht.
Das Reich gedeiht. Um
sich vor Einfällen aus dem Osten zu schützen,
wird eine große Mauer errichtet. Doch das
kriegerische Nomadenvolk der Hyksos überrennt
Ägypten mit Streitwagen. Das Mittlere Reich gerät
unter Fremdherrschaft. Doch mit
der Erstürmung der von Avaris, der Hauptstadt der Hykos am
östlichen Rande des Nildeltas, beginnt die Epoche des Neuen
Reiches.
Die ägyaptischen Pharaonen
weiten ihre
Herrschaft
aus und erobern Palästina und Syrien im Nordosten und Nubien,
den heutigen Sudan, im Süden. Von 1426 bis 1397
regiert Amenophis III. Beim oberägyptischen Theben
(670 km südlich von Kairo) lässt er die Tempelbezirke
in Luxor und Karnak ausbauen. Während seiner Amtszeit wird die
Bevölkerung auf 10 Millionen Menschen geschätzt. Zu
den
berühmten
Herrschern des Neuen Reiches gehört auch eine Frau,
die um
1340 v.
Chr. gestorbene Nofretete, Gemahlin des Pharaos Echnaton. Ihre
Büste befindet sich zur Zeit im Alten Museum auf der Berliner
Museumsinsel, ab 2009 wird sie in das Neue Museum wechseln. Von 1333
bis 1323 regiert Tutanchamun, dessen Totenmaske heute im
ägyptischen Museum in Kairo zu bewundern ist. Sein
Grabplatz
ist das in der Nähe von Theben gelegene Tal der
Könige.
Baumeister, Handwerker und
Künstler werden um 1250 von Ramses II. an den
Königshof geholt, um vier 20 Meter hohe Statuen
sitzender Pharaonen bei Abu Simbel in der Nähe des heutigen
Assuan-Staudamms aus dem Fels schlagen. Es soll den Nubiern aus dem
Süden die Macht der
Pharaonen verdeutlichen. Das
Reich verteidigt sich eine lange Zeit, auch gegen Einfälle
aus
dem Osten und
dem Mittelmeerraum, schwächt sich dann aber unter
Thronstreitigkeiten. Der Perserkönig Kambyses II.
nützt schließlich diese Phase der
Instabilität und
zieht gegen
Ägypten.
Kambyses II. hatte seinen Feldzug sorgfältig geplant. Wie
Herodot berichtet, überrumpelt er in der Schlacht bei Pelusion
auf der Halbinsel Sinai die ägyptischen Grenztruppen
und fällt dann in ganz Ägypten ein. Nach
seinem Tod übernimmt sein Neffe Dareios I. den persischen
Thron und plant die Verwirklichung eines persischen
Großreiches. Gestoppt wird er in Griechenland durch Miltiades
in der Schlacht bei Marathon 490 v. Chr. In Ägypten nimmt man
dies als Signal und erhebt sich gegen Dareios. Dareios' Nachfolger
Xerxes gelingt es jedoch, den Aufstand niederzuschlagen. Mit
Unterbrechungen setzt sich die persische Herrschaft fort, bis ein
ehrgeiziger Makedode mit Namen Alexander der Große die
Weltbühne betritt.
Bei der Hafenstadt Issos, das sich an der heutigen türkischen
Südküste befindet, besiegt Alexander den Persischen
König Dareios III. Die persische Herrschaft ist damit
geschwächt und Alexander verleibt sich ein riesiges Reich an,
das nach seinem Tod im Jahr 323 in drei Monarchien zerfällt:
Die Antigoniden herrschen in Makedonien, die Seleukiden in
Kleinasien und die Ptolemäer in Ägypten. Für
das Land am Nil beginnt eine Blütezeit, denn das neu
gegründete und zur Hauptstadt erhobene Alexandria entwickelt
sich zum wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Zentrum
der Antiken Welt.
196 v. Chr, wird der Stein von Rosetta beschriftet. Er enthält
ein Dekret von König Ptolemäus V., das der
ägyptischen Priesterschaft poltitische Zugeständnisse gemacht. Um sein Gesicht zu wahren,
werden gleichzeitig überschwängliche Lobreden auf
Ptolemäus geschwungen. Die Propaganda soll die finanziellen
Schwierigkeiten des Königs und die wirtschaftlichen Probleme
seines Reiches hinwegtäuschen. Trotzdem hält sich die
Dynastie noch gut anderthalb Jahrhunderte. Einen schweren Verlust
für die Wissenschaft markiert das Jahr 47 v. Christus.
Cäsars Legionen brennen die Bibliothek von Alexandria nieder,
und ein großer Teil des geschriebenen Wissens der Zeit ist
für immer vernichtet. Kleopatra, die letzte
ptolemäische Herrscherin, begeht um 30 v. Chr. Selbstmord.
Anschließend wird Ägypten zur römischen
Provinz degradiert.